Mit dem S/Lab Genesis 2 bringt Salomon den Nachfolger seines Erfolgsmodells auf den Markt. Bereits der erste Genesis überzeugte uns auf breiter Linie. Nicht, weil der Schuh besonders reaktiv war oder mit außergewöhnlich innovativer Technologie aufwartete, sondern weil er schlicht einen hervorragenden Job machte und gleichermaßen komfortabel, stabil und zuverlässig performte.
Die zweite Version – hier in der S/Lab-Variante – knüpft genau an diesem Ansatz an. Laut Hersteller ist sie das Modell aus dem Hause Salomon für technisches Terrain und soll besonders viel Stabilität im anspruchsvollen Gelände bieten. Während andere Hersteller mittlerweile auch in dieser Kategorie versuchen, das Vortriebsversprechen moderner Laufschuhe einzulösen (wir testeten zuletzt beispielsweise den Arc’teryx Sylan 2 oder den Merrell MTL SpeedARC Peak), tut der französische Hersteller aus Annecy gut daran, diesen Trend gar nicht erst mitzugehen.
Der S/Lab Genesis 2 verzichtet bewusst auf einen extrem weichen Superschaum und erst recht auf eine Carbon- oder Kunststoffplatte. Ja, dadurch läuft er sich auf einfachen, laufbaren Trails nicht besonders reaktiv oder „bouncy“. Doch wie so oft bei Trailrunningschuhen gilt: An der eierlegenden Wollmilchsau sind bisher alle gescheitert. Stattdessen konzentriert sich der S/Lab Genesis 2 konsequent auf seine Kernkompetenz – und performt dafür im technischen Gelände umso besser.
Warum?
Da wäre zunächst die Passform. Hier unterscheidet sich der Schuh deutlich von seinem nicht-S/Lab-Zwilling. Eine sockenartige Konstruktion umschließt den Fuß äußerst präzise. Die Passform ist eng anliegend und lässt kaum Spielraum im Schuh zu. Der Fersenhalt fällt ausgesprochen prägnant aus – im ersten Test fast ungewohnt fest, so konsequent wird die Ferse fixiert. Daran gewöhnten wir uns jedoch schnell. Gleichzeitig sitzt der Fuß angenehm gepolstert im Schuh, sodass auch der Komfort nicht zu kurz kommt. Besonders der Zungenbereich ist großzügig gepolstert.
Die von Salomon bekannte Quicklace-Schnürung funktioniert gewohnt unkompliziert. Sie harmoniert hervorragend mit der ohnehin schon sehr guten Passform und lässt sich sauber im elastischen Fach auf der Zunge verstauen. Insgesamt würden wir die Passform eher als schmal bezeichnen, auch wenn im Vorfuß ausreichend Platz für die Zehen bleibt. Das zugfeste Matryx-Obermaterial sorgt zusätzlich für Halt und Stabilität, während eine robuste Zehenkappe den Vorderfuß zuverlässig schützt.