„Ich hab den Besten“, sagte Hannes Namberger in unserem Pre-UTMB-Interview auf den Hinweis, dass inzwischen alle seine Konkurrenten in schnellen Trail-Superschuhen unterwegs sind. Da ist jemand ziemlich überzeugt von seinem Schuh. Aber kann der Dynafit Ultra DNA 2 halten, was sein berühmtester Träger verspricht? Wir haben das neue Performance-Flaggschiff der Schneeleoparden-Marke ausführlich auf den Trails getestet.
Einmal aus dem Karton genommen, fällt als Erstes das extrovertierte Design ins Auge. Türkis, Weiß und Pink kombiniert der Schuh zu einer Optik, die definitiv auffällt. Ob das gefällt, ist natürlich Geschmackssache. Unsere eher introvertierte Alles-Laufbar-Redaktion bevorzugt zumeist etwas dezentere Farben.
Was fällt noch auf? Der erste Dynafit-Superschuh kommt daher wie ein klassischer High-Performance-Trailschuh, wie ihn auch andere Marken im Sortiment haben: mit hohem Sohlenaufbau inklusive Carbonplatte und zwei verschiedenen Schäumen, minimalistisches und leichtes Obermaterial sowie eine hochwertige Außensohle – in diesem Fall vom Spezialisten Vibram.
Die erste Bewegung, die wir bei einem Superschuh machen, ist deshalb auch immer dieselbe: Wir prüfen die Biegefestigkeit. Und spätestens hier werden die ersten Unterschiede zu vergleichbaren Konkurrenzmodellen deutlich. Der Ultra DNA 2 ist enorm steif und lässt sich sowohl lateral als auch longitudinal kaum verbiegen. Das ist bei Superschuhen grundsätzlich stark ausgeprägt. Bei diesem Modell allerdings noch einmal in einer anderen Dimension.
Aber nun ab auf die Trails. Wir schlüpfen hinein und stellen fest: Die Passform ist gut, allerdings fällt der Schuh im Vorfuß auffällig breit aus. Dynafit lässt den Zehen hier außerordentlich viel Platz. Über das Quick-Lace-Schnellschnürsystem lässt sich der Mittelfuß dennoch ausreichend gut fixieren.
Auch beim Obermaterial vertraut Dynafit auf die Experten von Matryx – und tut gut daran. Es ist leicht, atmungsaktiv und dennoch stabil und langlebig. Weniger gelungen ist die Lösung für die Schnürsenkel: Eine Verstaumöglichkeit für deren Enden suchen wir vergeblich. Sie existiert schlicht nicht. Also fädeln wir die überstehenden Enden notdürftig unter die Schnürung.
Wir laufen los.
Die Dämpfung ist nicht weich, sondern eher von der verbindlicheren Sorte im Superschuh-Reigen. Die Vortriebslust ist dagegen sofort spürbar. Schon auf den ersten, noch eher langsamen Metern wird allerdings klar, dass gemütliches Traben nicht die Wohlfühlzone des DNA 2 ist.
Kaum beschleunigen wir den Schritt, entfaltet sich jedoch das volle Potenzial dieser Waffe. Und ja, diesen Begriff nehmen wir nicht ohne Grund in den Mund. Wenn man einen Waffenschein für Schuhe vergeben möchte, wäre der Dynafit Ultra DNA 2 ein heißer Kandidat.
Dieser Schuh ist extrem. Extrem vortriebsfreudig, extrem schnell und über lange Zeit extrem supportive. Sind Superschuhe nicht immer extrem? Ja, klar. Aber beim Ultra DNA 2 haben wir das Gefühl, dass Dynafit die Kompromisslosigkeit noch einmal auf die Spitze getrieben hat.
