Merrell MTL SpeedArc Peak

Produktdaten

Preis: 270 Euro
Sprengung: 6 mm (32 mm Fersenhöhe, 26 mm Vorfußhöhe)
Gewicht: 305 Gramm (Größe 43)

„Wir werfen alles, was wir über Technologie wissen, in dieses Modell“, sagt Jonathan Quint, Product Director bei Merrell. Sieben Prototypen und fünf Jahre Entwicklungszeit sollen in dieses neue Vorzeigemodell der US-Amerikaner geflossen sein. Merrell ist Hauptsponsor der Skyrunning World Series – der klare Fokus dieses Schuhs liegt dementsprechend auf technisch anspruchsvollem Gelände. Gleichzeitig richtet sich der MTL SpeedArc Peak als technologisch voll ausgestattetes Modell an ambitionierte Athletinnen und Athleten mit höchsten Performance-Ansprüchen.

Nach dieser Einleitung ist fast klar: Der Merrell MTL SpeedArc Peak ist ein Plattenschuh. Die gegabelte Carbonplatte ist zwischen zwei verschiedenen Schaumtechnologien eingebettet. Unten kommt ein stabilerer und festerer Schaum zum Einsatz, der vor allem im Fersenbereich dominiert. Darüber liegt ein superkritischer PEBA-Schaum, der im Vorfuß die Hauptarbeit übernimmt. Unter dem Schuh setzt Merrell auf die Vibram Megagrip Elite Gummimischung. Vibram positionierte die Megagrip Elite im vergangenen Jahr als speziell für ambitionierte Athletinnen und Athleten entwickelte Weiterentwicklung der bekannten Megagrip-Sohle – mit noch mehr Grip auf nassem wie trockenem Untergrund.

Besonders spannend wird der MTL SpeedArc Peak beim Upper. Hier setzt Merrell ebenfalls auf die Spezialisten von Matryx, interpretiert das Material allerdings deutlich protektiver als viele Wettbewerber. Selten haben wir einen Schuh gesehen, der sowohl im Zehenbereich als auch an der Ferse derart stabil und schützend konstruiert ist. Selbst die Zunge enthält Kevlar-Material, das den Fuß vor möglichen Krafteinwirkungen durch Steine und Felsen schützen soll. Das gesamte Obermaterial wirkt äußerst zugfest und vermittelt einen sehr robusten Eindruck. Lediglich im mittleren Vorfußbereich kommt Stretchmaterial zum Einsatz, um dem Fuß dort etwas mehr Raum zu geben.

Wir schlüpfen hinein. Der Fuß sitzt ausgesprochen präzise im Schuh. Die Passform fällt eher schmal aus, die Ferse ist üppig gepolstert und die klassische, leicht elastische Schnürung fixiert den Fuß hervorragend. „Fixieren“ ist hier tatsächlich das passende Wort: Selten hatten wir einen Schuh am Fuß, der so eng und stabilisierend sitzt wie der SpeedArc Peak.

Wir laufen los. Die Dämpfung überzeugt mit einer angenehmen Harmonie. Was meinen wir damit? Einerseits bietet der Schuh spürbaren Vortrieb und eine hohe Reaktivität, andererseits vermittelt er überraschend viel Bodengefühl und eine angenehme Direktheit. Durch Rocker-Geometrie und Carbonplatte kommt man sehr leicht ins Rollen, merkt aber bereits auf den ersten Metern die erhöhte Spannung im Achillessehnenbereich, an die man sich gewöhnt haben sollte.

Merrell MTL Speed Arc vs. Arcterx Sylan 2

Vergleichbar mit

Arcteryx Sylan 2

Beide Schuhe zielen auf sehr technisches Gelände ab. Beide Schuhe wollen aber dennoch eine moderne Vortriebstechnologie anbieten. Der Merrell ist in letzterem Gebiet etwas kompromissloser unterwegs. Der Rocker ist steifer und der Schaum etwas reaktiver. Gleichzeitig hat er viel mehr Protektion als der Arcteryx Sylan 2.

Merrell MTL SpeedArc Peak vs. The North Face Vectiv Sky 2

Vergleichbar mit

The North Face Summit Vectiv Sky 2

Der Vectiv Sky 2 ist deutlich flexibler und insgesamt leichtgewichtiger und mit weniger Technologie versehen als der Speed Arc Peak. Er ist daher deutlich mehr auf kürzere Distanzen spezialisiert und lässt deutlich mehr Freiheiten als der Merrell. Der Merrell ist viel robuster und wahrscheinlich auch langlebiger und eignet sich eher fürs lange Laufen um schweren Gelände.

Zwar ist der SpeedArc Peak kein extrem steifer Schuh, die Carbonplatte bringt jedoch eine deutliche longitudinale Steifigkeit mit sich und lässt sich erst unter höherem Krafteinsatz durchbiegen. Auch torsional ist der Schuh vergleichsweise verwindungssteif. Im Gelände gibt er dem Läufer dadurch für unseren Geschmack etwas zu viel Bewegungsmechanik vor und lässt gleichzeitig etwas zu wenig Freiheit. Gerade in sehr technischem, verblocktem Gelände ist die carbonverstärkte Rockerkonstruktion nicht immer einfach zu kontrollieren.

Der Schuh scheitert hier zwar an einer Aufgabe, die aufgrund ihrer Gegensätzlichkeit kaum vollständig zu lösen ist: nämlich maximalen Vortrieb durch Carbontechnologie mit uneingeschränkter Geländegängigkeit bis tief ins technische Terrain zu verbinden. Genau darauf zielt jedoch seine gesamte DNA ab – und daran muss er sich messen lassen.

Was der MTL SpeedArc Peak hingegen hervorragend beherrscht, sind Schutz und Stabilität. Man fühlt sich tatsächlich ein wenig wie in einem Panzer, der nahezu unbeeindruckt durchs Gelände pflügt. Von unten schützt die Carbonplatte, von oben das ausgesprochen robuste Upper. Gleichzeitig bleibt das Laufgefühl dank des engen, direkten Fits und einer Dämpfung, die ausreichend Bodengefühl zulässt, erstaunlich dynamisch und präzise. Mit rund 300 Gramm bewegt sich das Gewicht angesichts der umfangreichen Technologie und der hohen Stabilität im erwartbaren, wenn auch leicht höheren Bereich.

Fazit:

Der Merrell MTL SpeedArc Peak ist ein außergewöhnlich stabiler Schuh für alpines und anspruchsvolles Gelände. Gleichzeitig bringt er modernste Vortriebstechnologie mit, die für unseren Geschmack etwas zurückhaltender hätte ausfallen dürfen, um seine Geländetauglichkeit nicht einzuschränken. Positiv fällt allerdings auf: Nach einigen Kilometern wird der Schuh spürbar flexibler und dadurch im technischen Gelände gutmütiger.

Der Merrell SpeedArc Peak ist ab 15. Juli 2026, spätestens ab August im Handel erhältlich.

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