Produktdaten

Preis: 220 Euro
Gewicht:275 Gramm (Größe 43 1/3)
Sprengung: 6 mm

Für Arc’teryx ist der Sylan 2 das Carbonplatten-Debüt. Stellt die Alpinsportmarke hier ihren ersten Superschuh vor? Nein, definitiv nicht.

Der Sylan 2 schlägt klar in die Performance-Kerbe und wurde zusammen mit den Spitzenathleten der Marke mit dem Urzeittier im Wappen entwickelt. Für einen reinen Superschuh bleibt die alpine DNA des Schuhs aber zu stark im Vordergrund – und das ist auch gut so. Der Sylan 2 hat einen superkritischen Schaum, eine Platte und einen ausgeprägten Rocker. Alle drei Eigenschaften, die einen Superschuh eigentlich charakterisieren. Der Vortrieb des Schuhs ist gut, aber nicht übermäßig. Genauso wie die Reaktivität des Schaums.

Das ist dann von Vorteil, wenn wir vom laufbaren Weg auf den verblockten Pfad einbiegen. Hier fällt das eher direkte Laufgefühl des Schuhs positiv ins Gewicht. Der Schuh läuft sich trotz des Rockers natürlich und sehr stabil auf dem Trail. Die Platte sorgt für eine gewisse laterale Verwindungssteifheit. Im Fußgelenk bleibt der Schuh verformbar, hat aber auch hier eine ausgeprägte Spannung. Wir freuten uns über ein schönes Rollgefühl auf ebenen Wegen und auf der Straße. Großer Komfort sieht anders aus, aber das würden wir von einem Schuh, der alpin gut performen will, auch nicht erwarten.

Alpinfähig sind auch das Obermaterial und die Passform. Eine Strickgamasche schließt am Knöchel luftdicht ab. Dadurch kommt man etwas schwer in den Schuh. Hier wäre eine kleine Öse hinten an der Ferse hilfreich gewesen, um besser hineinzukommen.Einmal drin, sitzt der Mittelfuß bombenfest. Das atmungsaktive, eher minimalistische und wenig gepolsterte Obermaterial gibt viel Stabilität. Was auch an der toll umgesetzten Schnürung liegt.

Die klassische Schnürung gefällt uns hier sehr gut. Man kann sie lokal punktgenau justieren und sie bleibt an Ort und Stelle – eine wichtige Eigenschaft für einen Schuh, der im technischen Gelände performen soll. Die Schnürung kann man zudem einfach in einer Tasche verstauen.Die Passform ist eher für schmale Füße geeignet. Schutz und Stabilität im Vorfuß und an der Ferse sind ausreichend, aber nicht übermäßig vorhanden.

Die Vibram Litebase-Außensohle performt gewohnt stark. Die Lugs sind treppenartig geformt – an den entscheidenden Stellen etwas höher und an weniger wichtigen Stellen flacher, um Gewicht zu sparen. Das gelingt dem Schuh.Mit 275 Gramm (Größe 43 1/3) ist er leicht und fühlt sich beim Laufen auch genauso an. Distanzen bis zum Marathon und für trainierte Läufer auch darüber hinaus würden wir uns im Arc’teryx Sylan 2 zutrauen. Optisch macht der Schuh, wie von Arc’teryx gewohnt, richtig was her. Das können sie einfach.

Arcteryx Sylan 2 vs TNF Vectiv Sky 2

Vergleichbar mit

The North Face Summit Vectiv Sky 2

Beide Schuhe wollen ins grobe Gelände ohne ein spaßiges vortriebsgesteuertes Laufen zu vernachlässigen. Beide Schuhe erfüllen diesen Job sehr gut. Der The North Face ist von der Dämpfung her etwas weicher und komfortabler und insgesamt flexibler im Aufbau. Der Arcteryx bringt etwas mehr Spannung, Stabilität und Direktheit mit. Auch etwas mehr Schutz unter dem Fuß. Man bekommt also das was man erwartet: Mehr Alpinfähigkeiten beim Alpinspezialisten, mehr Laufkomfort beim großen Outdoor Allrounder.

Fazit:

Mit dem Arc’teryx Sylan 2 lieferte uns die Alpinmarke ihren vielleicht besten Trailrunningschuh bis dato. Wir sind jedenfalls begeistert. Ein Schuh für alle, die direktere Dämpfung bevorzugen und Ausflüge ins Alpine vorhaben, aber dennoch etwas Lauffreude aus der Superschuh-Kategorie mitnehmen wollen.

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