Kiprun Kipsummit Race

Produktdaten

Preis: 209,99 Euro
Gewicht:248 Gramm (Größe 42,5)
Sprengung:6 mm

Der erste Trail-Superschuh von Decathlon? Dass der französische Discounter Trailrunning kann, hat er in der Vergangenheit schon des Öfteren bewiesen. Die Schuhe sind wettbewerbsfähig, und es gibt sogar ein eigenes Trailrunning-Team.

Einer aus diesem Team, nämlich der Trailrunning-Europameister Thomas Cardin, war an der Entwicklung dieses Modells maßgeblich beteiligt. Natürlich schauen wir bei Produkten aus dem Hause Decathlon als Erstes auf den Preis – und sind erst einmal erstaunt. Mit 210 Euro dürfte der Kipsummit Race wohl der mit Abstand teuerste Laufschuh in der Produktpalette der Franzosen sein. Auch für Decathlon scheint es nicht möglich zu sein, einen echten Superschuh inklusive Carbonplatte und Superschaum deutlich günstiger anbieten zu können, und so bleibt das Modell nur leicht günstiger als die Konkurrenz.

Kann der Schuh mit seinen Superschuh-Konkurrenten mithalten?

Man muss diese Frage eindeutig mit Ja beantworten. Was sofort auffällt, ist, wie leicht der Schuh ist. Mit nachgemessenen 248 Gramm in Größe 42,5 ist er wahrscheinlich der leichteste seiner Klasse. Was ebenfalls vor dem Loslaufen auffällt: Das Einsteigen ist nicht einfach. Nur mit viel Kraft schafft man es, ohne Schuhlöffel in den Schuh zu kommen. Das Obermaterial schließt mit einer Art Gamasche ab und ist aus einem Stück (ohne Zunge) gefertigt. Die klassische Schnürung ist vergleichsweise simpel gestaltet. Tatsächlich sitzt der Fuß aber tadellos im Schuh. Festzuschnüren ist fast nicht mehr nötig. Das Obermaterial ist zudem relativ stabil und gibt bereits eine gewisse Form vor. Für die Fußform des Testers hat das wunderbar gepasst. Wir können uns aber vorstellen, dass es bei sehr untypischen Fußgeometrien eventuell schwieriger sein könnte. Uns blieb im Vorfußbereich ausreichend Platz für die Zehen, während der Mittelfuß bombenfest saß. Insgesamt würden wir die Passform eher als schmal beschreiben.

Bevor wir über das Laufverhalten der Mittelsohle sprechen, noch ein kurzes Wort zur Außensohle. Hier setzen die Hersteller auf den Spezialisten Vibram. Das ist gut, aber auch innerhalb der Vibram-Familie gibt es mit Sicherheit Qualitätsunterschiede – wenn auch auf hohem Niveau. In unserem Test performte der Gummi solide, allerdings mit Luft nach oben. Wir fühlten uns nicht immer zu hundert Prozent sicher.

Wie läuft sich der Kiprun Kipsummit Race?

Auf die Gefahr hin, uns zu wiederholen: Die Franzosen wissen, wie man Trailrunningschuhe baut. Dieser Schuh erzeugt gehörig Vortrieb, weiß aber genau, welche Eigenschaften er auf dem Trail benötigt, und versteht es daher sehr gut, seine Trail-Gene nicht komplett der Vortriebsmanie zu opfern. Die Carbonplatte ist vorne gegabelt, sodass die wichtigste Eigenschaft eines Trailschuhs erhalten bleibt: Flexibilität im Vorfuß. Ja, der Kiprun Kipsummit Race ist immer noch verhältnismäßig steif (was er als Vortriebsschuh auch sein muss), aber eben nicht komplett starr wie seine Straßenkollegen. Auch lateral besitzt er eine gewisse Flexibilität.

Die Sohlenfläche, auf der der Schuh thront, ist ausgesprochen breit, gerade auch im Fersenbereich, was für gute Stabilität sorgt. Der Rocker ist ausgeprägt, aber nicht übertrieben, wie bei manchem Kollegen anderer Marken. All dies vereint sich in einem ausgesprochen guten Laufgefühl. Der Vortrieb kann absolut mit den High-Performance-Modellen anderer Trail-Marken mithalten. Natürlich ist ein solcher Superschuh kein Experte im Gelände oder gar in schwierigem alpinen Terrain, aber auch dort schlägt er sich vergleichsweise stark. Vor allem die Leichtigkeit des Schuhs merkt man ihm in jedem Schritt an. Der macht einfach Spaß.

Fazit:

Wir sind begeistert. Ein High-Performance-Trailschuh, der maximalen Vortrieb gekonnt auf den Trail transportiert. Nur die zwei – wie wir finden – eher schwierigen Farbangebote des Schuhs verhindern den Aufstieg des Kiprun Kipsummit Race zum Lieblingsschuh 2026.

Kipsummit Race vs. Agravic Speed Ultra

Vergleichbar mit

Adidas Terrex Agravic Speed Ultra

Im Vergleich mit DEM Trail-Superschuh schlägt sich der Deacathlon-Schlappen durchaus stark. Vielleicht kann der ASU noch einen Tick mehr Vortrieb. Dafür ist der Kiprun aufgrund seines weniger radikal ausgeprägten Rockers und seiner breiteren Ferse, etwas stabiler im Gelände unterwegs.

Prodigio Pro vs. Kipsummit Race

Vergleichbar mit

La Sportiva Prodigio Pro

Noch ein Vergleich mit einem absolutem Killer-Schuh: Schon allein das ehrt den Kipsummit Race. Im Vergleich zum Prodigio Pro hat der Kiprun mehr Vortrieb. Er ist nicht weicher, aber reaktiver. Im Gelände aber wiederum hat der Prodigio die Nase vorn. Aber das hat er wahrscheinlich im Vergleich zu jedem Superschuh mit Platte.

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