Salomon S/Lab Genesis 2

Produktdaten

Preis: 200 Euro
Sprengung: 6 mm
Gewicht: 262 Gramm (Größe 42 2/3)
Profiltiefe:4,5 mm

Mit dem S/Lab Genesis 2 bringt Salomon den Nachfolger seines Erfolgsmodells auf den Markt. Bereits der erste Genesis überzeugte uns auf breiter Linie. Nicht, weil der Schuh besonders reaktiv war oder mit außergewöhnlich innovativer Technologie aufwartete, sondern weil er schlicht einen hervorragenden Job machte und gleichermaßen komfortabel, stabil und zuverlässig performte.

Die zweite Version – hier in der S/Lab-Variante – knüpft genau an diesem Ansatz an. Laut Hersteller ist sie das Modell aus dem Hause Salomon für technisches Terrain und soll besonders viel Stabilität im anspruchsvollen Gelände bieten. Während andere Hersteller mittlerweile auch in dieser Kategorie versuchen, das Vortriebsversprechen moderner Laufschuhe einzulösen (wir testeten zuletzt beispielsweise den Arc’teryx Sylan 2 oder den Merrell MTL SpeedARC Peak), tut der französische Hersteller aus Annecy gut daran, diesen Trend gar nicht erst mitzugehen.

Der S/Lab Genesis 2 verzichtet bewusst auf einen extrem weichen Superschaum und erst recht auf eine Carbon- oder Kunststoffplatte. Ja, dadurch läuft er sich auf einfachen, laufbaren Trails nicht besonders reaktiv oder „bouncy“. Doch wie so oft bei Trailrunningschuhen gilt: An der eierlegenden Wollmilchsau sind bisher alle gescheitert. Stattdessen konzentriert sich der S/Lab Genesis 2 konsequent auf seine Kernkompetenz – und performt dafür im technischen Gelände umso besser.

Warum?

Da wäre zunächst die Passform. Hier unterscheidet sich der Schuh deutlich von seinem nicht-S/Lab-Zwilling. Eine sockenartige Konstruktion umschließt den Fuß äußerst präzise. Die Passform ist eng anliegend und lässt kaum Spielraum im Schuh zu. Der Fersenhalt fällt ausgesprochen prägnant aus – im ersten Test fast ungewohnt fest, so konsequent wird die Ferse fixiert. Daran gewöhnten wir uns jedoch schnell. Gleichzeitig sitzt der Fuß angenehm gepolstert im Schuh, sodass auch der Komfort nicht zu kurz kommt. Besonders der Zungenbereich ist großzügig gepolstert.

Die von Salomon bekannte Quicklace-Schnürung funktioniert gewohnt unkompliziert. Sie harmoniert hervorragend mit der ohnehin schon sehr guten Passform und lässt sich sauber im elastischen Fach auf der Zunge verstauen. Insgesamt würden wir die Passform eher als schmal bezeichnen, auch wenn im Vorfuß ausreichend Platz für die Zehen bleibt. Das zugfeste Matryx-Obermaterial sorgt zusätzlich für Halt und Stabilität, während eine robuste Zehenkappe den Vorderfuß zuverlässig schützt.

Salomon S/Lab Genesis 2 vs. Adidas Terrex Agravic TT

Vergleichbar mit

Adidas Terrex Agravic TT

Beide Schuhe sind innerhalb des jeweiligen Portfolios die Modelle für technisches Gelände. Der adidas Terrex Agravic TT besitzt die reaktivere Mittelsohle und ist insgesamt mit mehr Technologie ausgestattet. Im Gelände performt der S/Lab Genesis 2 aufgrund seines natürlicheren weniger abstrakten Laufverhaltens jedoch besser. Er verzichtet auf einen ausgeprägten Rocker wie ihn der Agravic TT besitzt und ist zudem deutlich weniger verwindungssteif. Dadurch passt sich die Sohle besser an den Untergrund an und vermittelt mehr Kontrolle. Zugegeben: Auf kurzen Forststraßenabschnitten macht der adidas mehr Spaß. Geht es jedoch wirklich auf den Trail, ist der Salomon aus unserer Sicht die sicherere und zuverlässigere Wahl.

Eine der größten Änderungen gegenüber dem Vorgänger betrifft die Auflagefläche der Sohle. Sowohl im Fersen- als auch im Mittelfußbereich wurde sie deutlich verbreitert. Zusätzlich sollen rote Außensohlenelemente im Mittelfußbereich – das sogenannte activeCHASSIS™ – für noch mehr Stabilität sorgen.

Tatsächlich ist der Schuh sowohl stabiler als auch schützender geworden. Sein Einsatzbereich hat sich im Vergleich zum Vorgänger noch stärker in Richtung technisches Gelände verschoben. Dort überzeugt er mit einem außergewöhnlich hohen Sicherheitsgefühl, das wir jederzeit auf dem Trail gespürt haben. So kontrolliert, sicher und geschützt wie mit dem S/Lab Genesis 2 waren wir nur selten in verblocktem Gelände unterwegs.

Allerdings geht diese Entwicklung auch mit einem kleinen Verlust an Agilität einher. Ambitionierte und schnelle Läufer, die genau diese Wendigkeit am Vorgänger geschätzt haben, könnten davon etwas enttäuscht sein.

Die Dämpfung ist – wie bereits erwähnt – eher auf der direkten Seite angesiedelt. Der Schaum ist so voluminös verbaut, dass man auch auf langen Distanzen Spaß am Schuh hat, vor allem weil die Dämpfung von Kilometer 1 bis Kilometer 100 sehr beständig bleibt. Beständig unmittelbar und viel Bodengefühl zulassend.

Dazu passt auch die sehr flexible Sohlenkonstruktion, die Verwindungen in nahezu alle Richtungen problemlos zulässt. Laut Salomon wurde die Zwischensohle gegenüber dem Vorgänger überarbeitet und soll reaktiver geworden sein. Angesichts der mittlerweile extrem dynamischen Konkurrenz konnten wir diesen Unterschied auf dem Trail allerdings kaum wahrnehmen. Aus unserer Sicht ist das sogar eher ein Vorteil, denn mehr Reaktivität wäre vermutlich zulasten der Stabilität gegangen.

Fazit:

Zuverlässig und stabil. Besonders letzteres Attribut betont der Salomon S/Lab Genesis 2 gegenüber seinem Vorgänger noch einmal deutlicher. Uns hat dieser auch optisch sehr gelungene Schuh ausgesprochen gut gefallen. In Zeiten immer weicherer Superschäume steht er fast schon als erfrischende Antipode zu seinen Zeitgenossen da.

Andere Tests

Test

Sport-BH’s fürs Trailrunning

Test

Merrell MTL SpeedArc Peak