Trailrunning gilt als junger, dynamischer Sport. Wer sich die großen Formate anschaut, die Golden Trail Series etwa, dem drängt sich dieser Eindruck geradezu auf. Noch nie gab es dort einen Gesamtsieger, der älter als 35 Jahre war. Die Besten der Besten scheinen in ihren späten Zwanzigern, frühen Dreißigern zu sein. Danach, so könnte man meinen, geht es bergab. Schneller, als einem lieb ist.
Und dann gibt es Ludovic Pommeret. Der Franzose, mittlerweile 50 Jahre alt, hat in den vergangenen beiden Jahren beim Hardrock 100 neue Streckenrekorde aufgestellt – und sie ausgerechnet Kilian Jornet weggeschnappt. Beim UTMB läuft er immer wieder in die Top 10. Er ist zum Publikumsliebling geworden, der zeigt, dass die Rechnung „älter gleich langsamer“ nicht immer aufgeht. Genauso wenig wie bei Marco Olmo, der 2006 und 2007 den UTMB gewann – mit 57 und 58 Jahren. Heute, in Zeiten höchster Leistungsdichte, ist das kaum noch vorstellbar. Doch selbst damals, in den Anfangsjahren des Rennens, war das eine Sensation.
Bei den Frauen ist das Bild nicht weniger beeindruckend. Läuferinnen wie Ildikó Wermescher zeigen, dass sie auch in höheren Altersgruppen auf technischen Trails mit den „jungen Wilden“ mithalten kann. Mehr noch: Ildikó hat ihren Leistungshöhepunkt in einem Alter erreicht, in dem viele andere ihre sportlichen Ambitionen bereits deutlich zurückfahren.
Was also stimmt nun? Ist der altersbedingte Leistungsabfall im Trailrunning tatsächlich geringer ausgeprägt – oder sind Athleten und Athletinnen wie Pommeret, Olmo und Wermescher schlicht Ausnahmen?









