La Sportiva Prodigio 2

Produktdaten

Gewicht265 g (Herren), 225 g (Damen)
Sprengung6 mm
Preis160 Euro

„Waren La Sportiva‑Schuhe häufig etwas für Fortgeschrittene, die sich gerne im hochalpinen und technischen Terrain bewegen, so ist der Prodigio konzeptionell breiter ausgerichtet. Ein guter Allrounder zu einem fairen Preis.“ Das haben wir vor zwei Jahren über den ersten Prodigio von La Sportiva geschrieben.

Zuallererst können wir Entwarnung geben: Prodigio‑Fans können aufatmen. Wem die erste Ausgabe gefallen hat, wird mit Version 2 sehr wahrscheinlich sehr gut zurechtkommen. Denn die Grundausrichtung des Schuhs – ein vielseitiger, zugänglicher und verlässlicher Trailschuh für Trailrunner aller Leistungslevel sein zu wollen – bleibt erhalten.

Foto: La Sportiva

Die angenehm-moderate X‑Flow‑Dämpfung wurde nochmals modifiziert und liefert, so die Messergebnisse des Herstellers, mehr Energierückgabe und Dämpfung als zuvor. Tatsächlich wurde das Komfortlevel des Schuhs spürbar erhöht. Der Schuh dämpft so ziemlich alles weg, was ihm unter die Sohle kommt, und fühlt sich weich genug an, um viele Stunden am Stück am Berg laufen zu können. Denn das ist der Prodigio 2 im Kern nach wie vor: ein Trailrunningschuh mit Ausrichtung aufs alpine Gelände, wenngleich auch das Laufen im flachen Terrain mit dem Prodigio 2 gut machbar ist.

So richtig Spaß macht der Schuh aber erst im steilen, schottrigen, wilderen Gelände. Hier versprüht der Schuh einerseits den bereits angesprochenen Komfort, andererseits eine sicherheitsvermittelnde Geländetauglichkeit. Leicht erhöhte Seitenwände der Zwischensohle, gepaart mit einer erstklassig sitzenden Passform und gut funktionierender Schnürung sowie einer neuerdings unverrutschbaren Zunge – das sind Features, die uns an der Neuauflage auf dem Trail positiv aufgefallen sind. Die Schräglage auf unebenen Trails erscheint im Prodigio 2 weniger bedrohlich; im Gegenteil, sie scheint eine seiner Hauptkompetenzen zu sein.

Foto: La Sportiva

Der „Medium‑Wide Fit“ von La Sportiva trifft den Sweetspot zwischen Zehenfreiheit und strategischer, gezielter Verengung des Innenraums. Der Schuh dürfte vielen Fußformen passen. Auch hier merkt man die Auslegung des Schuhs auf ein breites Spektrum an Trailrunnern. Das für diese Schuhkategorie absolut akzeptable Gewicht tut sein Übriges dazu, dass einem der Schuh auch im höhenmeterlastigen Gelände nicht zur Last fällt.

Die Außensohle mit 4 mm Lugs funktioniert gut. Wir haben den Schuh unter anderem am Folgetag eines Gewitters auf einer 10 km/1.000 hm‑Runde am Berg getragen und sind auf matschige Trails gestoßen. Klar, hier stößt der Schuh an Grenzen, aber wir sind uns ziemlich sicher, dass wir mit einem anderen Schuh mit Vibram‑Außensohle ebenfalls ins Schlittern gekommen wären. Wie unser Kollege Benni immer sagt: „Grip ist überbewertet, auf die Technik kommt es an.“

La Sportiva Prodigio 2 vs. Hoka Speedgoat 7

Vergleichbar mit

Hoka Speedgoat 7

Der Speedgoat 7 bietet eine dynamischere und weichere Dämpfung als der Prodigio 2. Geländetauglich sind beide; wir sehen den La Sportiva aber noch einen Tick im Vorteil, besonders wenn es sehr alpin wird. Die Passform des Prodigio 2 ist zudem etwas breiter; der Hoka wirkt im vorderen Bereich relativ schnell eng. Der Vibram-Grip des Speedgoat 7 performt etwas besser, dafür ist das Gewicht des Prodigio 2 geringer. Preislich bewegen sich beide Schuhe in einer ähnlichen Region. Der Hoka ist insgesamt noch mehr auf sehr lange Strecken ausgelegt, während wir die Stärken des Prodigio 2 vor allem auf mittleren Distanzen sehen.

Der Prodigio 2 ist durchaus ultratauglich, wobei es dafür andere Schuhe gibt, die noch mehr Dämpfung und Komfort bieten (ein Blick auf den Prodigio Max lohnt sich). Für sehr lange Distanzen von 100 km und mehr würden wir einen anderen Schuh bevorzugen. Für alles darunter ist der Prodigio 2 eine absolut zuverlässige und solide Option.

Fazit: Eine gelungene Weiterentwicklung eines guten Allrounders, der für beinahe alle Trailrunner auf Anhieb funktionieren dürfte. Wir sehen diesen Schuh besonders im Trainingseinsatz und auf mittellangen Wettkampfstrecken. Positiv: Der Preis ist mit 160 Euro stabil geblieben.

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