Rémi Bonnet ist nicht nur ein überaus erfolgreicher Trailrunner, sondern derzeit wahrscheinlich der beste Skimo-Athlet der Welt. Seine Dominanz bei Verticals, aber auch bei Individuals, sucht in den letzten zwei Jahren ihresgleichen. Aber: Er verzichtet bewusst auf Olympia.
„Für mich war das eine ziemlich einfache Entscheidung. Die beiden Disziplinen Sprint und Mixed Relay gefallen mir überhaupt nicht. Ich bleibe mir lieber treu und folge meiner Passion: lange Touren in den Bergen“, sagt der Schweizer.
Ähnlich sehen es auch andere Athleten. Der deutsche Skibergsteiger Marc Dürr liebt die Individuals und die archaischen Elemente des Sports in den hohen Bergen. Der Sprint – und damit Olympia – ist keine Option für ihn. Der prominenteste Kritiker von Skimo bei Olympia ist wahrscheinlich Kilian Jornet: „Ich hoffe, dass der bergsteigerische Aspekt, der das Herz dieses Sports ausmacht, nicht verschwindet, nur um ihn zuschauerfreundlicher zu machen“, sagte er einst in einem Interview.
In seinem letzten Blogpost über den Status des Trailrunnings beschrieb er aber auch die Möglichkeit, dass der Sport, wie er ursprünglich existierte, als eigene Sparte bestehen bleibt und neben den olympischen Formaten weiterhin ein gesundes Dasein fristet. Für die Pierra Menta zum Beispiel, die Anfang März wieder im französischen Dörfchen Arêches stattfindet, ist die Nachfrage nach Startplätzen in diesem Jahr weitaus höher als das Angebot. Auch die ISMF, der Verband der Skibergsteiger, trägt dem Wunsch nach traditionellem Skibergsteigen Rechnung und hat das viertägige Rennen in diesem Jahr zur offiziellen Weltmeisterschaft in der Langdistanz erklärt.
Vielleicht kann man sogar über die neue Plattform Olympia neue Interessenten für den Sport gewinnen, die dann auch über Olympia hinaus dranbleiben. Vielleicht sogar bis ins kleine französische Dörfchen Arêches, wo die Pierra Menta stattfindet. So zumindest die Hoffnung der Befürworter des olympischen Beitritts des Skibergsteigens. So äußert sich zum Beispiel Finn Hösch auf alpenverein.de: „Ich glaube, es ist eine große Anerkennung für Skimo, olympisch zu sein, und es bringt für alle Disziplinen gleichermaßen einen Vorschub. Gerade jetzt im Speziellen ist das besonders für die Sprint-Athleten wichtig, aber ich glaube, dass das gesamte Skimo davon profitiert.“