Altra Experience Wild 3+

Produktdaten

Gewicht323 g (Herren), 263 g (Damen)
Sprengung4 mm
Preis150 Euro

Mit Spannung haben wir den Experience Wild 3+ von Altra ausgepackt. Der Vorgänger hatte uns damals durchaus positiv überrascht. Ein guter Allrounder und dank des Verzichts auf die Null‑Sprengung‑Philosophie, dem Markenzeichen von Altra, zugänglicher für mehr Läufertypen denn je (wir haben es hier mit 4 mm Sprengung zu tun). Zwei der Kritikpunkte, die wir im Test erwähnt hatten, nämlich der verbesserungswürdige Grip und das Fehlen des populären Ego‑Dämpfungsschaums, wurden nun mit dem Experience Wild 3+ adressiert. Frage: Liest die Entwicklungsabteilung von Altra unsere Testberichte? 😉 Wir tippen auf Nein. Es scheint jedoch so, als wäre unsere Kritik in die Entwicklung der dritten Version des Experience Wild eingeflossen. Lässt der Experience Wild 3+ nun keine Wünsche mehr offen?

Der namenlose Dämpfungsschaum des Vorgängers wurde durch den Ego P35‑Schaum ersetzt. Nicht, dass die Dämpfung des Vorgängers schlecht gewesen wäre. Im Gegenteil: Gerade was Dämpfungsschäume angeht, macht Altra seit Jahren einen richtig guten Job. Beim Experience Wild 3+ wird diese Stärke nochmals unterstrichen. „Ausgewogen“ ist das Wort, das uns bei unseren ersten Läufen bezüglich der Dämpfung in den Sinn kommt. Die Dämpfung ist spot‑on: ausreichend dynamisch, komfortabel, ohne überweich wie ein Superfoam zu sein. Im Zusammenspiel mit der leichten Rocker‑Form der Sohle rollt es sich wunderbar dahin. Wir haben diesen Schuh ganz besonders bei den alltäglichen Door‑to‑Trail‑Läufen geschätzt, weil er asphaltierte Radwege genauso meistert wie die Trails.

Genau dorthin will der Experience Wild 3+ auch: auf die Trails. Die Paradedisziplin des Altras sehen wir im laufbaren Terrain wie Forstwegen, Schotterstraßen und leichteren Wurzeltrails. Aber auch darüber hinaus ist der Schuh einsatzfähig. Auffällig starke Schutzelemente im Zehenbereich, eine Gamaschenhalterung und die schon erwähnte Vibram‑Außensohle vermitteln den Eindruck, dass der Name des Schuhs ernst gemeint ist. Es darf gerne wild werden! Wir haben ihn auf technisch anspruchsvollen Trails in den Ammergauer Alpen getestet und sogar seilversicherte Kraxelpassagen in unsere Läufe eingebaut. Eigentlich Terrain, das wir lieber mit einem schlankeren und enganliegenden Schuh als mit einem breiten Altra laufen würden, aber dank des wirklich sehr guten Schnürsystems ist ein sicherer Lockdown möglich – der breiten Zehenbox vorne wird mit einer verbindlichen fußnahen Passform über dem Spann kombiniert. Dank diesen Zusammenspiels ist der Schuh auch im alpineren Gelände einsetzbar, wenngleich die breite Spitze des Schuhs gerade anfänglich immer mitgedacht werden muss. Kleine Spalten und enge Zwischenräume sind grundsätzlich nicht das Ding eines Altras. Der Schuh braucht Platz. Das Abscannen des unmittelbar vor einem liegenden Bodens nach Altra‑tauglichen „Landeplätzen“ passt sich allerdings recht schnell an.

 

Altra Experience Wild 3+ vs. Keen Seek

Vergleichbar mit

Keen Seek

Beide Schuhe gehören für uns in die gleiche Kategorie: gut gedämpfte Allrounder mit einer breiten Zehenbox. Im Vergleich der beiden Modelle sehen wir die Vorteile des Altra besonders in der Vibram‑Außensohle und der ausgewogen gedämpften Mittelsohle. Letztere ist noch etwas dynamischer als beim Keen Seek. Der Altra ist geländegängiger und 30 Euro günstiger als der Keen. Beide Modelle haben eine sehr gute Passform. Hier würden wir den Keen sogar etwas besser sehen: Der Lockdown im Seek ist wirklich 1A. Er ist zudem auch ein paar Gramm leichter.

Die Außensohle ist ein absoluter Gewinn im Vergleich zum Vorgänger. Endlich, möchte man sagen. Die Stollen sind von der Länge her im mittleren Bereich angesiedelt. Die Sohle macht einen moderaten Eindruck und performt bei den meisten Trailbedingungen zuverlässig. Kleine Einschränkung: Für sehr schlammige Bedingungen ist der Aufbau der Stollen nicht aggressiv genug. Aber seien wir ehrlich: So geht es 95 % der Trailschuhe auf dem Markt.

Das Gewicht liegt bei rund 320 Gramm in der Herren‑Mustergröße. Damit ist der Schuh ist natürlich kein Leichtgewicht. Wir sehen den Schuh deshalb vor allem im lockeren bis moderaten Tempo im Einsatz. Dank der hervorragenden Dämpfung und des insgesamt robusten Aufbaus sind in Distanzfragen aber keine Grenzen gesetzt. Der Altra Experience Wild 3+ ist für lange Abenteuer in der Natur und für Ultra‑Trails geeignet, die nicht im High‑Performance‑Bereich gelaufen werden. Nicht zu vergessen: Für 150 Euro ist der Schuh auch preislich attraktiv.

Der Experience Wild 3+ hat mit neuem Dämpfungsschaum und einer Vibram‑Außensohle deutlich dazugewonnen. Ein gelungener Allrounder zu einem fairen Preis. Auch für Altra‑Neueinsteiger bestens geeignet, da Altra bei diesem Schuh auf das Null‑Sprengungs‑Prinzip verzichtet.

Andere Tests

Test

Merrell MTL SpeedArc Peak

Test

Norrøna Senja Econyl 7L