Adidas Terrex Agravic Speed Ultra 2

Adidas Terrex Agravic Speed Ultra 2

Produktdaten

Preis:230 Euro
Gewicht: 269 Gramm (Größe 42 2/3)
Sprengung: 8 mm

Der ASU, wie er von seinen ambitionierten Trägern liebevoll genannt wird, schlug 2024 ein wie eine Bombe. Ein Jahr zuvor hatte Tom Evans in diesem Schuh den Western States gewonnen. Viele weitere Terrex-Athleten und -Athletinnen folgten seinem Beispiel und trugen den Superschuh zu großen Triumphen. Aber auch an den Füßen nicht von Adidas gesponserter Athleten (zum Beispiel David Roche) und vieler ambitionierter Amateure war der Schuh zu sehen. Definitiv ein Qualitätsbeweis. Der Agravic Speed Ultra gilt seitdem vielleicht als der Trail-Superschuh schlechthin. Nun gab es ein Update. Was kann der ASU 2 und wie unterscheidet er sich vom Vorgängermodell?

Was zeichnete den Agravic Speed Ultra 1 aus?

Nochmal kurz zur Erinnerung: Was hat den Agravic Speed Ultra ausgemacht? Der Schuh hat einen beispiellosen Vortrieb. Das Zusammenspiel aus sehr viel Superschaum, extremem Rocker und den Energy Rods summierte sich zu einem radikalen Schuh. Radikal, weil er wie kaum ein anderes am Markt erhältliches Schuhmodell nur für eine spitze Gruppe an Trailrunnern funktionierte. Für viele war der Schuh schlichtweg zu kippelig und im Gelände zu schwer zu kontrollieren. Vor allem Fersenläufer hatten ihre Probleme, ist der Schuh unter dem Mittelfuß und unter der Ferse doch auf einem sehr schmalen Leisten gebettet. Dazu kam, dass das Obermaterial vergleichsweise wenig Halt gab und der Fersenhalt ausbaufähig war. Wer allerdings damit klarkommt, hat definitiv eine echte Waffe im Schuhschrank.

Begeistert waren wir im Langzeittest von der Langlebigkeit des Schuhs. Von einem Superschuh könnte man erwarten, dass er nach wenigen hundert Kilometern enorm an Spannung und Reaktivität einbüßt. Hier hat uns der ASU überrascht. Ja, der Schuh hat nach über 500 Kilometern minimal an Steifigkeit eingebüßt, das Laufverhalten aber blieb konstant gut und das Material ermüdete kaum.

Was macht der Agravic Speed Ultra 2 anders?

Nun aber endlich zur neuen Version, dem ASU 2. Insgesamt lässt sich konstatieren, dass der Schuh sehr nahe an Version 1 bleibt. Änderungen wurden nur dezent vorgenommen und betreffen vor allem das Obermaterial und den Fit. Der komplette Unterbau des Schuhs ist nach allem, was wir beurteilen können, identisch geblieben. Heißt also: Der Vortrieb ist gewohnt exzeptionell, die weiterhin sehr schmal gebaute Ferse und der Mittelfuß werden für viele Träger die Stabilität weiterhin negativ beeinflussen.

Einzig an der Außensohle wurden Veränderungen vorgenommen. Die Lugs der Vibram-Sohle sind etwas gröber dimensioniert als beim Vorgänger und sollten für mehr Grip sorgen.

Ganz klar verbessert wurde der Schuh oben herum. Die Polsterung an der Ferse und im Knöchelbereich wurde ausgebaut, was für mehr Halt sorgt. Auch das Obermaterial selbst ist ein anderes, genau wie das der Zunge. Außerdem wurden die Schnürsenkel einen Tick weiter Richtung Fußspitze gezogen und sind selbst breiter und robuster. Das Resultat all dieser Änderungen ist ein spürbar besserer Halt des Fußes im Schuh, was letztendlich für eine erhöhte Stabilität sorgt.

Die Optik des ASU 2 hat sich stärker verändert als der Schuh selbst. Wir finden den Schuh optisch gelungen. Die drei fetten Streifen außen und der Terrex Schriftzug innen sehen genauso schnell aus, wie der Schuh sich läuft.

Für wen ist der Agravic Speed Ultra 2 geeignet?

Der ASU 2 (nachgewogene 269 Gramm in Größe 42 2/3) ist schlappe sieben Gramm schwerer als der ASU 1 (262 Gramm in 42 2/3). Das liegt wohl am verbesserten Fit und dem ausgebauten Grip. Darüber hinaus bleibt der Schuh sich allerdings treu. Warum auch nicht? Wie viele Modelle wurden schon zu Tode verbessert? Der Agravic Speed Ultra hingegen bleibt sich treu und verbessert nur kleine Schwachstellen. Gut so!

In einem Text über Trail-Superschuhe schrieben wir, dass diese Modelle immer ein Kompromiss sind. Meist einer aus den beiden Polen Vortrieb und Stabilität. Beim Agravic Speed Ultra 2 schlägt die Waage genau wie beim Vorgänger deutlich Richtung Vortrieb aus. Solch ein Schuh ist nichts für jedermann, liefert ambitionierten Athleten und Athletinnen aber genau das, was sie im Wettkampf brauchen. Und zwar kompromisslos.

Fazit:

Wer Version 1 des Agravic Speed Ultra liebt, kann auch bedenkenlos zu Version 2 greifen. Der Schuh verbessert dezent die Stabilität durch einen besseren Fit und bleibt darüber hinaus das, was er war: eine radikal vortriebsgetriebene Trail-Waffe für schnelle und gut trainierte Läuferinnen und Läufer.

Adidas Terrex Agravic Speed Ultra 2 vs. Kiprun Kipsummit Race

Vergleichbar mit

Kiprun Kipsummit Race

Vom Preis her ist zwischen dem Modell des französischen Discounters Decathlon und dem vom Sport-Riesen Adidas nur noch wenig Unterschied (209,99 Euro vs. 230 Euro UVP). Beides sind definitiv Trail-Superschuhe. Der Terrex ist und bleibt auch in seiner zweiten Version die radikalere Wahl. Vor allem bei hohem Tempo bleibt der Vortrieb des ASU unvergleichlich. Nicht dass der Vortrieb des Kiprun nicht auch erheblich wäre, allerdings ist der Schuh etwas zugänglicher. Man steht weniger kippelig und läuft auf dem wesentlich breiteren Leisten auch stabiler. Die Dämpfung ist etwas komfortabler im Sinne von weich abgestimmt als beim Speed Ultra 2. Dafür würden wir dem Terrex eine bessere Langlebigkeit attestieren, auch was die Spannung des Materials betrifft. Beides sind gute Schuhe. Der Terrex etwas radikaler auf Vortrieb und Speed getrimmt.

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