Zara Trail-Laufschuh

Produktdaten

Preis45,95 Euro
Gewicht324 Gramm (Herren EU 44)
Sprengungkeine Angabe

Die Fast‑Fashion‑Marke Zara steigt ins Trailrunning‑Geschäft ein. Neben einer Apparel‑Kollektion hat Zara kürzlich ihre Version eines Trailrunningschuhs ins Sortiment aufgenommen – zu einem Kampfpreis von 45,95 Euro. Wir sind neugierig geworden und haben uns den Schuh bestellt, der als „sportlicher Laufschuh für den täglichen Gebrauch und Bergläufe“ beworben wird. Wie hat er sich im Test geschlagen?

Wir wollen ehrlich sein: Unsere Erwartungen an den namenlosen Schuh aus dem Hause Zara sind nicht besonders hoch. Aber wir wollen dem Zara‑Produkt eine faire Chance geben. Als unsere Bestellung nach ein paar Tagen eintraf, haben wir das Paar direkt ausgepackt. Uns fällt sofort auf: Der Schuh fällt groß aus. Das betrifft nicht nur die Schuhlänge, sondern auch den Einstieg bzw. die Schuhöffnung. Hier beginnen die Probleme. So sehr wir das von Zara angepriesene „Technical Lace System“ auch schnüren, ein ausreichend guter Lockdown gelingt uns nicht. Wir rutschen mit der Ferse hin und her. Trotz engster Schnürung lässt sich der Schuh wie ein Hausschuh ausziehen. Durch fehlende Zusatz‑Ösen ist eine Variation der Schnürung nicht möglich. So ist uns leider schon vor dem ersten Loslaufen klar, dass das schwierig werden wird, denn ohne eine sichere Fixierung des Fußes im Schuh ist Laufen (besonders auf Trails) kaum möglich. Wir tun es trotzdem – und bereuen es direkt wieder.

Mit 324 Gramm (EU 44 Herren) ist der Schuh von Zara kein Leichtgewicht.

Nicht nur haben wir Angst, den Schuh zu verlieren, weil unser Fuß hinauszurutschen droht (unser Fuß gleicht dem Fahrer eines Jeeps während einer ruckeligen Off‑Road‑Rallye ohne Sicherheitsgurt), auch die Laufeigenschaften des Zara‑Schuhs sind bescheiden. Die Dämpfung der Mittelsohle mit Spume Foam V2‑Schaum ist hart und unbequem. Der Schuh verfügt über keinerlei Dynamik und erinnert an einen Alltagssneaker ohne spezifische Laufsohle.

Er ist steif und unflexibel. Gepaart mit einem weichen und wenig Halt gebenden Obermaterial ist Laufen eine Herausforderung. Alles, was über ein langsames Traben mit der Zara‑Dämpfung hinausgeht, fühlt sich an, als würde man in einem Paar holländischer Clogs auf einer Straße aus Pflastersteinen laufen – zur Erinnerung: Clogs sind die Schuhe, die zu 100 % aus Holz gefertigt sind. Darüber hinaus ist der Schuh mit 324 Gramm (EU 44 Herren) für einen so wenig gedämpften Schuh einfach zu schwer, als dass wirklich viel Lauffreude aufkommen kann.

Zur Außensohle lässt sich sagen, dass ein Stollenprofil vorhanden ist. Zumindest optisch. Denn in der Praxis ist das Gummi der Außensohle ein gutes Stück von dem Niveau entfernt, das wir von einem Trailschuh im Jahr 2026 erwarten würden. Der Grip funktioniert auf einfachen Schotterwegen noch ausreichend gut. Sobald es aber trailliger und potenziell rutschiger wird, ist die Außensohle überfordert.

Zara Trail-Laufschuh vs. Kiprun MT Cushion 2

Vergleichbar mit

Kiprun MT Cushion 2

Zwei kostengünstige Schuhe, die sich im Laufverhalten stark unterscheiden: Zwar ist auch der Kiprun direkt und nur moderat gedämpft, aber im Vergleich zum Schuh von Zara eine echte Wohltat für die Füße. Die Passform beim Kiprun ist ebenfalls deutlich besser als die des Zara: Der Fuß sitzt sicher und stabil im Schuh. Die Außensohle des Kiprun ist absolut geländetauglich und eignet sich besonders für anspruchsvolle Wege. Die Mittel- und Außensohle des Zara scheinen uns für einfache, gut laufbare Trails gedacht zu sein, können dort aber nicht überzeugen. Der Kiprun ist leichter, durchdachter, ausgereifter. Unser Direktvergleich soll verdeutlichen: Wer schon Geld in einen Trailrunningschuh investieren möchte, ist gut beraten, nicht sofort und intuitiv den günstigsten zu kaufen. Der Spaßfaktor beim Trailrunning hängt unmittelbar von der Schuhwahl ab. Hier sind ein paar Euro mehr gut angelegt. Gespart werden kann im Zweifelsfall an anderem Equipment.

Ob die Produktentwickler den Schuh als Lifestyle‑Sneaker zum Verkauf anbieten oder ihn ernsthaft als günstigen Einstiegsschuh für Trailrunner konzipiert haben, darüber lässt sich nur spekulieren. Zara scheint jedenfalls Laufsport generell als Markt für sich erschließen zu wollen: Letztes Jahr brachte Zara sogar einen eigenen High‑Performance‑Straßenlaufschuh mit Carbonplatte für 170 Euro auf den Markt.

Gibt es günstige Trailrunningschuhe unter 100 Euro, die empfehlenswert sind? Ja, die gibt es. Es lohnt sich natürlich, in die Angebote für Schuhe aus der vergangenen Saison zu schauen. Dort lassen sich immer wieder Schnäppchen machen. Darüber hinaus haben wir zuletzt gute Erfahrungen mit der Decathlon‑Eigenmarke Kiprun gemacht. Die Kiprun‑Topmodelle im Trailbereich beginnen zwar bei rund 100 Euro, aber für das doppelte Geld bekommt man im Zweifelsfall einen vielfach besseren Schuh.

Fazit: Der Trailschuh aus dem Hause Zara sieht zwar aus wie ein Trailrunningschuh, läuft sich aber nicht wie einer. Leider ist der Trail‑Laufschuh von Zara nicht konkurrenzfähig. Auch wenn der Preis verlockend erscheint, können wir den Schuh nicht empfehlen.

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