Sidas T-Free Trailsocke

Der Hersteller Sidas hat Trailrunning in den Fokus genommen. Prominente Athleten wie Jim Walmsley oder Jon Albon werben für die französische Marke. Das Salomon Trail Running Team kooperiert ebenfalls mit Sidas. Nun gibt es mit der T-Free Trail eine neue Socke, mehr noch: ein neues Sockenkonzept, das gemeinsam mit Jon Albon entwickelt wurde. Das Besondere der T-Free Trailsocke? Die Neuigkeit ist mit bloßem Auge zu erkennen. Der große Zeh ist von den restlichen Zehen getrennt. Um es auf eine Formel zu bringen: 1/5 Zehensocke, 4/5 normale Socke. Das sieht auf den ersten Blick nicht nur sonderbar aus, es fühlt sich beim ersten Anziehen auch ungewöhnlich an. Ja, das Reinfrimeln dauert anfangs etwas länger, ist aber mit etwas Übung eine Sache von Sekunden.

In der Theorie geht Sidas davon aus, dass der Großzeh von entscheidender Bedeutung für Körpergleichgewicht, die Haltung, die Ausrichtung und den Vortrieb ist. Je besser dessen Beweglichkeit ist, desto größer die positiven Auswirkungen auf die eben genannte Punkte. In der klassischen Sockenform werden die fünf Zehen beieinander gehalten, mitunter sogar gewollt zusammengepresst. Das Ergebnis: Der Großzeh wird in seiner Funktion eingeschränkt. Das kann zu unangenehmen Fußbeschwerden führen. So auch bei Jon Albon, der jahrelang mit einem Hallux rigidus, einer schmerzhaften Versteifung des Großzehengrundgelenks, zu tun hatte. Durch viel Beweglichkeitstraining und mehr Zehenfreiheit im Laufschuh (und nun auch in der Laufsocke), hat der britische Trailprofi seine Beschwerden in den Griff bekommen.

Auf dem Trail

Wir haben die Socke ausführlich getestet. Auf langen Läufen, aber auch bei kurzen, schnellen Einheiten. Wie hat sich die T-Free Socke geschlagen? Konnten wir ein Mehr an Stabilität feststellen? Die Bewegungsfreiheit des großen Zehs kann sich im ersten Moment komisch anfühlen. Was bloß anfangen mit dieser neu gewonnen Freiheit? Der erste Kennenlernmoment ist schnell vorüber. Nach wenigen Minuten hat man sich umgestellt, die Konzentration richtet sich wieder auf die Außenwelt, auf den Trail. Die T-Free Socke tritt in den Hintergrund und verrichtet ihren Job unauffällig, dezent, aber wirkungsvoll. Tatsächlich, gerade in der Abdruckphase scheint dieses Sockenkonzept aufzugehen. Der Großzeh kann durch die ungehinderte Bewegung einen sehr kraftvollen Abdruck ausüben. Ob es sich in tatsächlichen Geschwindigkeitszuwächsen ablesen lässt? Wohl eher nicht. Aber die Voraussetzungen durch einen optimierten Abdruck an Vortrieb zu gewinnen, werden durch das innovative Sockenkonzept klar verbessert. Gelaufen werden muss aber immer noch selbst.

Die weiteren Eigenschaften der T-Free Socke machen sich beim Lauf ebenso bemerkbar. Es gibt einen Grip-Streifen an der Unterseite der Socke, der ein Rutschen im Schuh verhindert. Die dünne Konstruktion sorgt dafür, dass die Atmungsaktivität sehr hoch ist. Auch bei hohen Temperaturen, gibt es keinen Hitzestau. Trotzdem ist ein hohes Maß an Komfort vorhanden, besonders weil es an den entscheidenden Punkten eine Verstärkung des Meshs gibt, die als Schutzzonen und Aufprallschutz fungieren sollen. Und streng riechen tut die Socke auch nicht, dank spezieller geruchshemmender Technologie.

Fazit

Die T-Free Trailsocke von Sidas ist sicherlich eine der durchdachtesten und hochwertigsten Laufsocken für Trailrunner auf dem Markt. Wir sind positiv angetan. Natürlich: Zehensocken gab es schon vorher. Und die Frage muss erlaubt sein: Warum nur der Großzeh? Warum nicht gleich eine Zehensocke herstellen? Aber auch dieser für die Mehrheit der Läufer und Läuferinnen zugänglichere Kompromiss hat uns sehr gut gefallen. Der Preis ist mit 29,95 Euro für unseren Geschmack für eine Laufsocke etwas zu hoch ausgefallen. Aber wer seinen Füßen mal etwas gönnen möchte, sollte diese Socke ausprobieren.

Produktdaten

Material53% Polyamid, 32% Polyamid-Multifilament, 9% Silikon, 5% Elastan, 1% reflektierende Fäden
Preis29,95 Euro

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