Dämpfung, vieeel Dämpfung. Das war und ist der Gründungsmythos der Marke Hoka. Genauso wie die Franzosen wissen, wie man viel Schaum effektiv in einen Trailrunningschuh verbaut, wissen sie aber auch, wann und wo ein direkter, wenig gedämpfter Schuh gefragt ist.
Es ist den Entwicklern von Hoka hoch anzurechnen, dass sich der Hoka Zinal seit seiner ersten Version grundlegend vom restlichen Hoka-Sortiment unterscheidet. Im Gegensatz zu anderen Marken wird gar nicht erst versucht, die Kern-DNA der Marke mitzunehmen. Nein, der Zinal wird von Grund auf neu gedacht. Gut so.
Wir schlüpfen hinein und müssen, bevor wir loslaufen, einen Hinweis loswerden: Der Hoka Zinal ist schmal, sehr schmal. Das ist bei vielen Hoka-Modellen der Fall, beim Hoka Zinal 3 aber noch einmal besonders auffällig.
Aber jetzt wird losgelaufen. Über Asphalt, ab auf den Trail – denn genau dort will er hin. Ja, die Dämpfung des Zinal 3 ist im Vergleich zum Vorgänger noch einmal deutlich reaktiver geworden. Für so wenig Schaum: erstaunlich reaktiv. Die Asphaltmeter steckt er daher problemlos weg. Vor allem auf schmalen, verwinkelten und hindernisreichen Trails spielt er jedoch seine Stärken aus.
Bodengefühl und Direktheit sind die Attribute, die man bei diesem Schuh großschreiben muss. Der schmale Leisten, der kaum vorhandene Rocker, die geringe Standhöhe sowie der superpräzise und enge Sitz machen diesen Schuh im Jahr 2026 fast schon zu einer Koryphäe – in einer Zeit, in der sich die meisten Trailrunningschuhe auf genau gegenteilige Eigenschaften kaprizieren.
Unter dem Schuh findet sich im Vergleich zum Vorgänger keine Vibram-Sohle mehr, sondern eine relativ aggressive hauseigene Gummimischung von Hoka. Die funktioniert sehr solide, wenn auch mit minimalen Schwächen auf nassem und steinigem Geläuf.
Die Passform des Schuhs ist, wie schon erwähnt, sehr schmal und präzise. Gleichzeitig bringt sie aber auch ein gewisses Komfortempfinden mit. Die stabile, aber gut gepolsterte Ferse schmiegt sich genauso angenehm an den Fuß an wie das restliche Obermaterial und die komfortabel gepolsterte Zunge. Die klassische Schnürung tut genau das, was sie soll.
Nur für sehr steile und technische Skyrunning-Einsätze war das Obermaterial etwas zu wenig stabilisierend und robust und zudem mit zu wenigen schützenden Elementen versehen.
Die Sprengung wird mit 5 mm angegeben und fühlt sich beim Laufen auch nach sehr wenig an. Genauso wie das Gewicht, das bei unserem Modell in Größe 42 2/3 bei 238 Gramm lag.
