Brooks Cascadia Elite

Brooks Cascadia Elite

Produktdaten

Preis: 250 Euro
Gewicht: 286 Gramm (Größe 43)
Sprengung:6 mm

Der Brooks Cascadia Elite ist der erste Trail-Superschuh von Brooks und hat in mehreren Reviews in der Trailrunning-Szene bereits sehr positive Resonanz erhalten. Auch wir durften den Schuh nun ausführlich testen und sind – so viel vorweg – sehr angetan von der Umsetzung des Superschuh-Konzepts im Hause Brooks.

Zuallererst wollen wir das Herzstück des Schuhs beschreiben: die Dämpfung. Zum Einsatz kommt ein sehr reaktiver Schaum. Das von Brooks „DNA Gold“ getaufte Material besteht zu 100 % aus PEBA (Polyether-Block-Amid) und hat sich bereits in den entsprechenden Straßenmodellen des Herstellers bewährt. Der Schuh hat – wie es sich für einen Superschuh gehört – viel Schaum und ist dementsprechend hoch aufgebaut. Eine Platte aus carbon-infused Pebax ist ebenfalls verbaut, wobei das Wort „Platte“ in diesem Fall nicht ganz zutreffend ist: Es handelt sich eher um ein hufeisenförmiges Element, das wie ein Rahmen in der Dämpfung integriert ist. Die Funktion liegt hier nicht nur in der Propulsion, also im Vortrieb, sondern auch in der Stabilität. Der Rocker der Dämpfung ist im Vergleich zu anderen Superschuhen eher dezent ausgeprägt. Der Schuh ist relativ steif, lässt sich aber bei etwas erhöhter Krafteinwirkung sowohl lateral als auch in Laufrichtung in gewissem Maße flexibel bewegen.

Unter dem Schuh ist eine Vibram-Sohle mit Traction Lugs verbaut, wobei die Tiefe des Profils eher gering ausfällt. Der Schuh ist insgesamt auf einem sehr breiten Leisten aufgebaut.

Auch beim Obermaterial setzt Brooks auf die Hilfe des Spezialisten Matryx. Es handelt sich um ein stabiles, wenngleich sehr flexibles Material, das im Schaft- und Zungenbereich in eine sockenartige Gamasche übergeht, die aus weicherem und flexiblerem Material gefertigt ist. Die Gamasche schließt hoch am Knöchel ab. Die Zunge ist einteilig integriert und gut gepolstert, ebenso wie der Fersenbereich.

Wie läuft sich der Brooks Cascadia Elite?

Im Vergleich zu anderen Trail-Superschuhen tendiert Brooks bei dem stets vorhandenen Kompromiss zwischen maximalem Vortrieb und Stabilität eher in Richtung Letzteres. Natürlich sind der hohe Aufbau und die sehr breite Sohle nicht dafür prädestiniert, den Schuh im hochtechnischen Gelände einzusetzen, aber der Cascadia Elite ist im Gelände so stabil, wie wir es bisher bei kaum einem anderen Superschuh erlebt haben. Das mag einerseits an der hervorragenden Passform und dem gelungenen Zusammenspiel aus klassischer Schnürung und Obermaterial liegen, andererseits aber auch an der Dämpfung, die nicht übermäßig weich und „pushy“ ist, sondern eine gewisse Direktheit mitbringt. Auch der eher dezente Rocker ist hier von Vorteil.

Ja, es gibt Trail-Superschuhe, die noch etwas mehr Vortrieb generieren, aber der Cascadia Elite macht seinen Job hier mehr als solide. Sein großer Vorteil ist, dass er viele verschiedene Laufmodi unterstützt. Auch bei langsamerem Tempo oder beim Hiking fühlt er sich nicht fehl am Platz an. Weiter unten vergleichen wir den Cascadia Elite noch mit anderen Trail-Superschuhen, um das Laufgefühl in Relation zu setzen.

Wer ein Grip-Monster sucht, muss sich allerdings anderweitig umsehen. Das eher wenig aggressive Profil stößt bei feuchtem und tiefem Untergrund schneller an seine Grenzen. Ein weiteres kleines Problem sehen wir im Knöchelbereich: Der Übergang vom festeren Obermaterial zur weichen Gamasche ist recht nah am Knöchel positioniert. Bei manchen Fußformen könnte es hier zu Druckstellen kommen – insbesondere beim Laufen in Hanglagen.

Das Gewicht des Schuhs bewegt sich mit um die 270 Gramm im bekannten Umfeld gängiger Trail-Superschuhe. In Anbetracht der hohen Stabilität des Schuhs, ist das ein super Wert. Auch das Laufgefühl bleibt auf der leichtgewichtigen Seite.

Fazit:

Wir sind begeistert vom Brooks Cascadia Elite. Die Trail-Marken haben verstanden, dass das Superschuh-Konzept aus dem Straßenlauf für den Trail angepasst und gezähmt werden muss, um über lange Distanzen zu funktionieren. Der Cascadia Elite setzt dies aktuell besonders gut um und ist damit vielleicht der Trail-Superschuh mit dem breitesten Einsatzgebiet von Straße bis verblockter Trail – aber auch der breitesten Zielgruppe von ambitionierten Amateuren bis Profis.

Adidas Terrex Agravic Speed Ultra 2 vs. Brooks Cascadia Elite

Vergleichbar mit

Adidas Terrex Agravic Speed Ultra 2

Auch wenn der ASU 2 im Vergleich zur Vorgängerversion an Stabilität zugelegt hat, kommt er bei weitem nicht an die Geländegängigkeit des Cascadia Elite heran. Hier hat der Brooks definitiv die Nase vorn. Auch vom Laufverhalten ist der Brooks zugängliche und weniger abstrakt. Der Terrex bleibt dafür unübertroffen, was den Vortrieb betrifft. Besonders Vorfußläufer im flachen Gelände profitieren beim ASU 2 von einem noch immer unübertroffenen Push.

Adidas Terrex Agravic Speed Ultra 2 vs. Brooks Cascadia Elite

Vergleichbar mit

Hoka Tecton X2

Tatsächlich erinnert uns der Cascadia Elite ein wenig an den sehr beliebten Tecton X 2 – die Version des Hoka Schuhs, die noch nicht ganz so aggressiv auf Vortrieb getrimmt war wie sein Nachfolger. Natürlich hat der Brooks eine noch reaktivere Dämpfung als das schon ältere Modell, was hier zum Vergleich steht. Aber rein vom Laufgefühl sind diese beiden Schuhe absolut vergleichbar. Der Cascadia Elite platziert sich hier genau zwischen dem Terrex Speed Ultra und dem Tecton X2.

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