Amazfit T-Rex 3 Pro

Produktdaten

Größe und Gewicht: 48 mm (52 Gramm) / 44 mm (46,8 Gramm)
Preis: 399,90 Euro / 399,90 Euro
Akkudauer: 38 Stunden (GPS Modus) 25 Tage (Smart Watch Modus) / 26 Stunden (GPS Modus) 17 Tage (Smart Watch Modus)
Sensoren: Mikrofon, Lautsprecher, Gesundheit: BioTracker™ 6.0 PPG biometrischer Sensor (5PD + 2LED) Bewegung: Beschleunigungssensor Gyroskopsensor Geomagnetischer Sensor Barometrischer Höhenmesser Umgebungslichtsensor Temperatursensor Positionierung: 6 Satellitenortungssysteme Zirkular polarisierte GPS-Antenne Verbindung: WLAN 2,4 GHz, Bluetooth 5.2, BLE

Garmin, Polar und Suunto waren lange Zeit die großen Player, wenn es um GPS-Uhren ging. 2016 gesellte sich Coros dazu. Nun gibt es eine weitere Marke, die in diesem Feld mitmischen möchte: Amazfit gehört zum chinesischen Konzern Zepp Health und gibt es eigentlich schon seit 2015, erlangt erst jetzt in unseren Breitengraden Bekanntheit. Unter anderem sponsert Amazfit die UTMB-Siegerin Ruth Croft. Die T-Rex Pro 3 ist das Top-Modell von Amazfit, das es von der Funktionsfülle mit den absoluten Topmodellen des Marktführers aufnehmen möchte – bei gleichzeitig deutlich erschwinglicheren Preisen. Wir haben die T-Rex Pro 3 ausführlich getestet.

Gehäuse und Bedienung

Die T-Rex Pro 3 wird in zwei verschiedenen Größen angeboten (48 und 44 mm Durchmesser), die sich sonst nur in der Akkulaufzeit unterscheiden. Mit bis zu 25 Tagen (je nach genutzten Funktionen und GPS-Nutzung) im Smartwatch-Modus und 38 Stunden im GPS-Modus hat das große Modell laut Hersteller eine sehr ordentliche Laufzeit (für eine AMOLED-Uhr). In der Praxis würden wir dezent weniger Akkulaufzeit abschätzen. Mehr als ausreichend war sie aber allemal. Das große Modell ist relativ groß und schwer. Zarten Handgelenken würden wir definitiv die 44-mm-Version mit etwas weniger Akkuleistung empfehlen. Diese ist auch vom Design her etwas weniger kantig.

Von der Wertigkeit lässt Amazfit keine Wünsche offen: Saphirglas, Titan-Lünette und ein superhelles 3000-Nits-AMOLED-Display vereinen sich in einem vielleicht etwas zu kantigen und aggressiven Design. Aber das ist definitiv Geschmackssache. Über vier Knöpfe lässt sich die Uhr sehr gut bedienen. Allerdings haben wir bei der T-Rex Pro 3 tatsächlich fast ausschließlich den Touchscreen zum Navigieren genutzt, was super funktioniert. Vielleicht liegt das an den Smartwatch-Funktionen, die in diesem Modell stark ausgeprägt sind – dazu später mehr. Die Navigationsführung durch die Uhr ist im ersten Moment gewöhnungsbedürftig. Das kann aber auch an der Funktionsfülle und der fehlenden Gewöhnung an das neue System liegen. Nach einer Woche hatten wir uns eingegroovt.

Am Smartphone wird die Zepp App genutzt. Vom Design her wirkt sie eher einfach, funktional fehlt es aber an nichts. Trainingsauswertung ist top, Routen erstellen funktioniert, und beim Health-Monitoring ist die Zepp App sogar besonders gut aufgestellt, da Zepp Health mit Aura eine Software speziell für Schlaftracking und Recovery anbietet. Was nicht funktioniert, ist das automatische Importieren von Strava-Routen oder die Verbindung mit Spotify. Geladen wird die Uhr über einen magnetischen Ladepod, den man mit jedem USB-C-Kabel verbinden kann – das funktioniert einwandfrei.

Die Basics: GPS, OHR und Navigation

Das GPS der T-Rex Pro 3 war in unserem Test sehr genau. Die Uhr kann sich mit sechs Satellitensystemen verbinden und mit zweien gleichzeitig (Dualband). Das Konkurrenzmodell von Garmin ist Multiband-fähig. Im Trainingsalltag haben wir aber auch bei Dualband keine Abstriche machen müssen. Die GPS-Verbindung wird von der Uhr sehr schnell gefunden.

Der optische Herzfrequenzsensor ist besonders für das Tracking der Gesundheitsdaten essentiell. Da Zepp Health hier einen Fokus legt, kann man erwarten, dass dieser sehr hochwertig ist. Zumindest der Name (BioTracker™ 6.0 PPG biometric sensor (5PD + 2LED)) überzeugt. Auch in unserem Test konnten wir keine Schwächen ausmachen. Klar, beim Laufen (besonders bei Kälte) ist er, wie jeder andere OHR auch, einem Oberarm- oder Brustgurt immer noch unterlegen. Im Alltag lieferte er aber zuverlässig Werte ohne Aussetzer.

Insgesamt kann man aus 180 verschiedenen Sportarten auswählen – von Trailrunning bis Schnee schaufeln. Die Trainingsansichten sind einfach, aber funktional. Toll ist, dass man die Datenseiten direkt an der Uhr bearbeiten und anpassen kann.

Die Karte ist detailreich und optisch ansprechend. Cool für Trailrunner: Höhenlinien mit Höhenangaben werden genauso angezeigt wie Gipfelnamen. Weniger cool für Trailrunner: Eine Unterscheidung zwischen Forststraße und Trail wird nicht gemacht. Die Karten sind zu Beginn nicht automatisch auf der Uhr, sondern müssen manuell heruntergeladen werden. Dies dauert je nach gewähltem Kartenausschnitt ein paar Minuten. Neben Garmin ist Amazfit die einzige Marke, die intelligentes Routing anbietet. Das heißt, die Uhr weiß, wo auf der Karte man sich gerade befindet, und kann deswegen Points of Interest (Supermärkte, Tankstellen und vieles mehr) identifizieren. Auch das Zurücknavigieren zum Startpunkt ist möglich. Nur das automatisierte Erstellen neuer Routen über die Angabe weniger Parameter ist (noch) nicht möglich.

Eine echte Smartwatch?

Wie im Moment nur wenige andere Konkurrenzmodelle (z.B. Garmin Fenix 8) hat die Amazfit T-Rex 3 Pro Lautsprecher und Mikrofon integriert. Diese beiden, auf einer Uhr zunächst nicht zwangsläufig notwendig wirkenden Hardware-Teile, machen die Amazfit zu einer echten Smartwatch. Klickt man lange auf den oberen rechten Knopf, öffnet sich der Zepp Flow Assistent, mit dem man tatsächlich sprechen kann. Wir haben ihn zum Beispiel genutzt, um Funktionen und Einstellungen der Uhr zu finden, weil die Menüführung (vor allem zu Beginn) doch recht sperrig ist. Das hat teilweise gut geklappt. Nur bei komplexeren Anfragen leider noch nicht. Der KI-Assistent ist auf jeden Fall noch ausbaufähig, wer der erste Fußballweltmeister war, hat uns die nette Frauenstimme aber zuverlässig verraten. Da in diesem Feld sehr schnell Fortschritte erzielt werden, kann man erwarten, dass die Zepp Flow KI durch fortlaufende Softwareaktualisierungen stetig verbessert wird.

Man kann mit der Uhr telefonieren (insofern die Verbindung zum Handy hergestellt ist) – und das dank des Lautsprechers sogar ohne Kopfhörer. Auch Kurznachrichten kann man mit einer Minitastatur oder per Sprachbefehl beantworten. Auch das Abspielen von Musik (der Lautsprecher ist zwar okay, in diesem Fall würden wir aber Kopfhörer empfehlen) funktioniert. Leider ist keine Verbindung zur Spotify-App möglich. Man könnte MP3s direkt auf die Uhr spielen, aber wer nutzt die noch? Möglich ist folgendes: Über eine Podcast-App kann der RSS-Feed des Lieblingspodcasts eingegeben werden, und so wird die aktuelle Folge mit einem Klick auf die Uhr geladen. Cool. Insgesamt ist das sicher noch nicht alles, was es bei dieser Uhr an Smartwatch-Funktionen zu entdecken gibt. Über einen App Store in der Zepp App kann man sämtliche Apps auf die Uhr laden. Bezahlen nur mit der Uhr ist natürlich auch möglich.

Ein weiteres aber sicher nicht das letzte coole Gimmick dieser Uhr ist die integrierte Taschenlampe. Diese lässt sich durch langes Drücken der oberen linken Taste aktivieren und bietet vier Helligkeitsstufen plus Rotlicht. Einen technischen Trail kommt man damit allemal hinunter, falls einen im Spätherbst die frühe Dunkelheit schneller einholt als geplant.

Alle Details und Infos zur Amazfit T-Rex Pro 3 findest Du hier

Fazit:

Die Amazfit T-Rex Pro 3 hat uns absolut positiv überrascht. Für 399 Euro bekommt man eine High-End-Sportuhr mit einer Funktionsfülle, die sich stark an das Topmodell des Marktführers (Garmin Fenix 8) anlehnt. Für die man dort aber das mindestens das doppelte zahlt. Ja, an der ein oder anderen Stelle wirkt die Grafik etwas hemdsärmlich, und es fehlt vielleicht die letzte Wertigkeit (das Armband ist qualitativ eher einfach, kann aber ausgetauscht werden). Die Amazfit überzeugt aber vor allem funktional. Hier muss man bis auf wenige Details – z.B. Verbindung zu Dritt-Apps wie Spotify und Strava (das Übertragen von Aktivitäten ist natürlich möglich) – keine Einbußen im Vergleich zu den absoluten Top-Modellen hinnehmen. Ein Preis-Leistungs-Champion.

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