Stöhnend laufe ich über den Ödriegel. Ich schiebe mich am Gipfelkreuz vorbei und springe ungelenk den Steinhaufen hinab, der sich nur knapp, aber dafür umso ruppiger aus dem Bayerischen Wald erhebt. Der U.TLW ist gerade 12 Kilometer alt, doch mir blockieren schon die Waden. Eigentlich ist dies genau mein Gelände: unrhythmisch, verblockt – genau wie ich es mag. Wenn aber die Muskulatur den gewohnten Bewegungsspielraum nicht freigibt, fühlt sich jeder Stein, jede Wurzel wie ein unüberwindbares Hindernis an. Dasselbe Problem hatte ich schon eine Woche zuvor: Beim Stubaier Höhenweg musste ich das Rennen beenden, weil ich vor Muskelschmerzen keinen geraden Schritt mehr machen konnte. Auch beim UTFS im April hatte ich ähnliche Symptome und musste vorzeitig aussteigen.
„Jeder intelligente Mensch hätte erstmal eine Wettkampfpause eingelegt und sich ausgiebig dem Problem gewidmet“, ärgere ich mich über mich selbst. Aber nein – stattdessen musste ich mich nur eine Woche nach einem schmerzhaften DNF schon wieder an die Startlinie eines Rennens stellen.
Die U.TLW Strecke
RENNEN
UTLW – Ultra Trail Lamer Winkel
Der Ultra Trail Lamer Winkel ist das Familientreffen der deutschen Trailrunningszene. Der Mittelgebirgsklassiker erfreut sich seit der Erstaustragung im Jahr 2015 stets am regen Zuspruch der hiesigen Trailrunner und ist dementsprechend schnell ausverkauft. Seit ein paar Jahren findet er nur noch alle zwei Jahre statt. Für eine Mittelgebirgsstrecke ist der Kurs sehr anspruchsvoll. Es gibt viele wurzelig verblockte Trails (z.B. auf dem Goldsteig), steile Anstiege (z.B. hinauf zum Osser) und sogar kurze Kraxelpassagen (die berühmt berüchtigte Tromsø-Passage). Legendär beim UTLW ist auch die berüchtigte After-Race Party.