Es ist ein ganz normaler Dienstagvormittag um 10:30 Uhr, Anfang Dezember. Da ich heute erst nachmittags Uni habe, mache ich meinen 3-Stunden-Longrun an der Nordkette. Es liegen 15 cm Schnee auf den Forstwegen und Trails. Ich bin vor zwei Monaten frisch nach Innsbruck gezogen und nutze das Privileg, trotz Schnee und Kälte direkt von der Haustür aus in die Berge zu gehen. Ich habe mich darauf eingestellt, drei Stunden keiner Menschenseele zu begegnen – in der Nähe von Stuttgart, wo ich aufgewachsen bin, wäre das so. Aber nicht hier. Über die Dauer meines Laufes kommen mir in regelmäßigen Abständen einige sehr gut gelaunte Trailläufer entgegen – trotz des ungemütlichen Wetters und trotz der Uhrzeit, zu der die meisten eigentlich arbeiten. Das war das erste Mal, dass ich aktiv wahrgenommen habe: Innsbruck ist besonders. Ich bin angekommen in einer Stadt, in der Traillaufen nicht die Ausnahme ist, sondern ein Lebensstil – eine Bubble, die nicht nur ich, sondern viele andere ganz bewusst gewählt haben.













