„Downhill ist für mich wie Tanzen mit Steinen“, sagt Simon.
Wenig später tänzelt er tatsächlich einen dieser typischen Singletrail-Downhills der Fränkischen Schweiz hinunter. Mit kurzen, flinken Schritten läuft der Mittvierziger den schmalen, laubbedeckten Trail vom Hummerstein hinab.
Ich will ehrlich sein: Als wir eine Stunde zuvor in Ebermannstadt losliefen, hätte ich ihm das nicht zugetraut. Simons Laufbewegung ist unrund. Oder besser gesagt: ungewohnt. Zumindest für unsere Augen. Auf der Straße fällt das fast mehr auf als im Gelände. Auf dem Trail blüht Simon auf. Dass Simon überhaupt laufen, also rennen kann, haben ihm Ärzte und Sportlehrer früher oft abgesprochen. Simon leidet an infantiler Cerebralparese. Während seiner Geburt wurden Teile seines Gehirns mit zu wenig Sauerstoff versorgt. Seitdem hat er spastische Diplegien in beiden Beinen. Seine Muskeln versteifen sich.
Die Diagnose bekommen Simons Eltern, als er neun Monate alt ist. Ihr Sohn will unbedingt laufen, stürzt aber immer wieder zu Boden. Mehr als zwei weitere Jahre sollte es dauern, bis Simon gehen lernt. „Ich habe ziemlich früh registriert, dass bei mir etwas anders war als bei den anderen Kindern. Mein bester Kindergartenfreund konnte mit drei Jahren Rad fahren, ich habe es erst mit sieben gelernt. Dafür konnte ich schon mit vier Jahren schwimmen. Wasser war das Element, in dem mich mein Leiden am wenigsten limitiert hat.“







