„Wartet nicht auf mich, lauft ruhig vor“, ruft Pia den anderen aus der Gruppe zu. Ich drehe mich zu Pia um. Mit konzentrierten, ruhigen Schritten arbeitet sich die 33-jährige Fränkin den Anstieg hinauf. Ein paar winzige Schweißperlen stehen auf ihrer Stirn, die Wangen sind leicht gerötet, in ihren Augen ein Funkeln. „Ich war noch nie die Schnellste“, erzählt Pia, mittlerweile hörbar aus der Puste, „aber daran bin ich gewöhnt.“
Pia ist nicht zum ersten Mal auf den Trails des UTFS unterwegs. Vor drei Jahren ist sie bereits die 33 km der Speedtrail-Strecke gelaufen. Etwas über sieben Stunden hat die damals frischgebackene Mutter für die Distanz gebraucht – und ist damit tatsächlich als Allerletzte ins Ziel gekommen. Oder wie es auch heißt: als „DFL“ (Dead Fucking Last). „Das war mein erstes Rennen nach der Geburt“, erinnert sie sich, das R typisch fränkisch gerollt. „Ich war auf einmal zehn Kilo schwerer. Die Kilos trage ich noch heute mit mir rum.“ Was wie ein Versuch einer Erklärung oder gar Rechtfertigung klingt, ist nicht so gemeint. Pia ist niemand, der sich beschwert oder die Schuld woanders sucht. Die selbstbewusste Trailrunnerin weiß ganz genau, wer sie ist und was sie kann – auf und neben den Trails.







