X-Bionic Terraskin X02

Produktdaten

Gewicht335 g (selbst gewogen bei EU 44 2/3) (Unisex)
Preis200 Euro
Sprengung4 mm

Die Schweizer von X-Bionic legen nach. Letztes Jahr haben sie ihren ersten Trailschuh auf den Markt gebracht. Nun folgen zwei neue Modelle, der Terraskin X01 und X02. Wir sind letzteren ausgiebig gelaufen und haben uns einen Eindruck verschaffen können. Wie sich der Schuh auf den Trails geschlagen hat, lest ihr hier.

Die Schuhe von X‑Bionic sind vor allem eins: unverwechselbar X‑Bionic. Ja, das muss man ihnen zugestehen. Passform, Laufgefühl, Optik – all das trägt die ureigene Handschrift der Marke. Aber der Reihe nach.

Eine Passform zum Verlieben

Die Passform des Terraskin X02 ist für normal-breite Füße ausgelegt. Das dicht gewebte Mesh des hochwertig wirkenden Obermaterials und die weiche Polsterung im Knöchelbereich sorgen im ersten Moment für hohen Wohlfühlfaktor. Die Schnürung funktioniert tadellos, sodass der Schuh sehr gut fixiert werden kann. Hier hat X‑Bionic vieles richtig gemacht: Die Passform ist ihnen wirklich sehr gut gelungen.

Ein Schuh fürs Technische

Auf den Trails zeigen sich die Laufeigenschaften des Schuhs, den der Hersteller in der Kategorie „Perform“ einordnet. Wir empfinden den Terraskin X02 als direkt, bodennah und stabil. Ein Schuh, der auf Forstwegen oder gar Asphalt weniger Lauffreude verbreitet, sondern dank seiner robusten Konstruktion ins Technische drängt. Dazu trägt einerseits der sogenannte Speedframe bei, das sind die die Wabenformen, die Schaft und Sohle umschließen, und andererseits die feste Fersenkappe, die Führung und Halt bietet (für Trailrunner mit empfindlicher Achillessehne jedoch zu hart sein könnte).

Die Dämpfung ist eher fest als weich, bietet wenig Bounce. Sie erfüllt ihren Zweck und schützt vor Unebenheiten am Boden, ist aber nicht für lange Läufe in der Ebene konzipiert. Der Terraskin X02 mag Up- und Downhills; flaches Gelände ist nicht seine Kernkompetenz. Dann wenn der Trail frickelig und komplex wird, schlägt seine Stunde. Die 3,5 mm tiefen Lugs der Vibram-Außensohle greifen auch bei widrigen Trailbedingungen und unterstreichen die Geländetauglichkeit des Schuhs.

Gegen den Trend

Die Materialien des Schuhs wirken hochwertig und robust. Zwar sind wir den Schuh bisher nur knapp 100 Kilometer gelaufen, schätzen die Haltbarkeit dieses Modells aber als sehr hoch ein. Mögliches Manko: Das relativ dicke und damit besonders strapazierfähige Obermaterial könnte an heißen Sommertagen etwas warm werden. Wir sind den Schuh im Winter gelaufen und haben das Extra an Wärme geschätzt.

Wir sehen den Schuh auf alpinen Strecken und Distanzen bis hin zum Marathon. Wer mit maximal gedämpften Schuhen, wie sie derzeit im Trend liegen, nicht zurechtkommt und ein direkteres, unmittelbares Laufgefühl auf dem Trail bevorzugt, sollte sich den X‑Bionic anschauen.

Der Preis von 200 Euro ist uns für diese Art Schuh etwas hoch, im Vergleich zum ersten X‑Bionic-Trailschuh, der ganze 300 Euro gekostet hat, ist der Terraskin X02 aber immerhin etwas günstiger geworden.

Andere Tests

Test

Salomon Ultra Glide 4

Test

Kiprun Kipsummit Race