Im August dieses Jahres gewannen Ruth Croft und Tom Evans den UTMB. Danach stellte sich sofort die Frage: Welches „Rezept“ steckt hinter diesen Siegen? Schnell ließ sich ein erster Nenner finden: Beide haben den gleichen Coach, Scott Johnston. Über diesen Trainer war auf alles-laufbar.de schon häufiger die Rede. Anders als viele andere Eliteathleten, die mit Ruth und Tom an der Startlinie standen, hatten die beiden sich im Wettkampfjahr vollkommen auf den UTMB fokussiert. Keine längeren Rennen im Sommer – kein Western States, kein Hardrock. Alles diente nur einem Ziel: die beste Performance Ende August in Chamonix.
Doch hinter dem Erfolg steckte mehr als nur ein Coach und akribische Wettkampfplanung. Ein weiterer, oft übersehener Faktor ist der Datenanalyst Joseph Mestrallet, der Ruth und Tom begleitete. Er überwachte ihre Trainingswerte, modellierte Pace-Strategien, simulierte Rennverläufe und justierte die kleinsten Stellschrauben, die in einem Rennen wie dem UTMB mit seinen extremen Belastungen den Unterschied machen können. Und auch wenn er selbst seinen Anteil an den Erfolgen der Sportler, die er betreut, nur mit einem Prozent angibt, so ist dieser Ansatz doch revolutionär. Denn hier wurden Trailläufer, die viel Talent, Erfahrung und mentale Härte mitbringen, in einem bisher im Trailrunning nie dagewesenen Ausmaß vermessen, analysiert und bis ins Detail optimiert. Aber was steckt hinter diesen datengetriebenen Methoden? Und was ist von der Aussage von Joseph Mestrallet zu halten: Dass in fünf Jahren kein Athlet und keine Athletin mehr den UTMB gewinnen könne ohne einen Datenanalysten im Team?




