Katharina Hartmuth ist zum zweiten Mal hintereinander Dritte beim prestigeträchtigen Hardrock 100 Endurance Run in Colorado, USA, geworden. Und das, obwohl sie nach einer langwierigen Verletzung erst 5 Wochen vor dem Start wieder anfangen konnte zu wandern (bzw. ein paar Tage später bergauf zu laufen). Man könnte, zumindest in Sachen Laufkilometern, sagen: Von Null auf Hardrock in 5 Wochen!
Ähnlich wie im Vorjahr, wo sie im Vorfeld ebenfalls körperliche Probleme infolge eines Sturzes zu bewältigen hatte, waren die Vorzeichen vor dem Hardrock dementsprechend ungewiss. Nach holprigen ersten 40 Kilometern mit Magen- und Knieproblemen, aber einem ganz guten Mittelteil des Rennens, eskalierten die Probleme offenbar am Grand Swamp Pass, der etwa bei Meile 87 (Kilometer 140) liegt. Wie im Vorjahr waren die Augen das Problem. Ihr Sehvermögen nahm so stark ab, dass sie, wie sie auf Strava schreibt, „praktisch blind“ wurde. Kein guter Zustand bei einem der anspruchsvollsten 100-Meiler der Welt, der auf einer durchschnittlichen Höhe von 3.400 Metern verläuft. Im iRunFar-Interview nach dem Rennen beschreibt die Hoka-Athletin, dass sie infolgedessen mehrfach gestürzt sei, obwohl ihre Pacerin ihr bei der Navigation geholfen hat. Downhill wurde ihre Pace auf ein langsames und vorsichtiges Gehen reduziert. In der anschließenden, vorletzten VP des Rennens („KT“), ließ sich Katharina Hartmuth medizinisch versorgen. „Mir war wichtig, dass ich keine langfristigen Folgen riskiere“, sagt die Wahl-Züricherin bei iRunFar. Warum sie trotzdem weitermachen wollte? Für Hartmuth ganz klar: „It’s Hardrock“. Frustriert und enttäuscht zwar, aber entschlossen zu finishen, kämpft sie sich über die letzten Berge ins Ziel in Silverton, wo sie am berühmten Stein als Drittplatzierte in Tränen ausbricht – übrigens am Vortag ihres 30. Geburtstags.
Sind alle guten Dinge drei? Sie kommt wieder, da ist sich Katharina Hartmuth sicher. Eine wichtige Frage, ist derzeit allerdings noch offen. Reicht die Leistung beim Hardrock für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im September? Der dafür zuständige DLV hatte sie „unter Vorbehalt der Erbringung eines Leistungsnachweises“ beim Hardrock nominiert. Wir (und Katharina Hartmuth) dürfen gespannt sein.