10 legendäre Trailschuhe

Trailrunning ist eine relativ junge Sportart. Dennoch gibt es einige Trailrunningschuh-Modelle, welche in den letzten 25 Jahren Kult-Status erlangten. Wir haben die 10 legendärsten Modelle der vergangenen Jahre für Euch zusammengestellt. Vom schweren Dinosaurier bis zum neuen Carbon-Wunder.

DER MINIMALIST: New Balance MT110

  • Release: 2010
  • Gewicht: 198 Gramm
  • „Schuh von“: Anton Krupicka

Dieser Schuh ist besonders mit einem Namen verbunden: Anton Krupicka. Der langhaarige Athlet war in den 2010er Jahren neben Kilian Jornet wohl der bekannteste Trailrunner weltweit und propagierte stets das freie und minimalistische Laufen. Shirts, geschweige denn Rucksack, trug er fast nie, und an seinen Schuhen schnitt er alles Überflüssige mit einem Cuttermesser ab. Irgendwann erbarmte sich sein Sponsor New Balance, mit ihm einen Schuh zu entwickeln, der genau auf ihn zugeschnitten war. Das Resultat war der MT110. Er bestach vorrangig damit, was er nicht hatte: Dämpfung, Sprengung und Gewicht. Ermöglicht wurde die Serienreife dieses Produktes auch durch den damaligen Natural-Running-Trend, welcher durch das Buch Born to Run ausgelöst wurde. Auch der Autor dieser Zeilen hat noch einen MT110 im Schrank. Auch wenn er ihn heute nicht mehr laufen könnte, erinnert er sich gern daran zurück, wie seine weitaus jüngeren Beine Trailrunningspaß in diesem Schuh erstmalig entdeckten.

DER TOP-SELLER: Salomon Speedcross 3

  • Release: 2011
  • Gewicht: 310 Gramm
  • „Schuh von“: Philipp Reiter

Der Speedcross! Wer kennt ihn nicht? Das wohl am meisten verkaufte Salomon-Modell kann man heutzutage höchstens noch als Boutique-Variante in den Innenstädten beobachten. Damals war der Schuh aber ein echter Trailrunner. Vor allem die dritte Version begeisterte zahlreiche Läufer. Das aggressive Profil, gepaart mit dem sehr komfortablen Laufgefühl, hatte damals viele Fans.

DER DÄMPUNGS-PIONIER: Hoka One One Speedgoat 4

  • Release: 2020
  • Gewicht: 309 Gramm
  • „Schuh von“: Karl Meltzer

Vielleicht der beliebteste Trailschuh der letzten zehn Jahre ist der Speedgoat. Beim Trail Magazin gewinnt dieses Modell jährlich den Award als beliebtester Schuh. Die Version 4 war laut vielen Läufermeinungen ein besonders gelungenes Exemplar. Damals hieß die Marke, welche mit ihren ausgesprochen üppig gedämpften Schuhen den Minimalismus-Trend beerdigte, noch Hoka One One. Er verdankt seinem Namen dem früheren Hoka-Athleten Karl „The Speedgoat“ Meltzer.

DER ALPINIST: La Sportiva Bushido

  • Release: 2014
  • Gewicht: 300 Gramm

Es ist der Klassiker der italienischen Kultmarke aus dem Val di Fiemme. Noch heute ist er im Programm von La Sportiva – und das technisch nahezu unverändert. Ein Qualitätsmerkmal, schließlich entspricht der Schuh nicht mehr wirklich dem Standard heutiger Laufschuhe. Als robuster Alpinschuh überzeugt er vor allem mit viel Bodengefühl, Stabilität und Schutz.

DER REVOLUTIONÄR: Adidas Terrex Agravic Speed Ultra

  • Release: 2024
  • Gewicht: 270 Gramm
  • „Schuh von“: Ruth Croft und Petter Engdahl

Der neueste Schuh in dieser Reihe. Obwohl noch nicht einmal seit zwei Jahren auf dem Markt, hat sich der ASU (eine geläufige Abkürzung hat er auch schon) bereits den Klassikerstatus verdient. Nach dem Carbon- und Superschuh-Trend im Straßenlauf versuchten die Hersteller, dieses Konzept auch auf den Trail zu übertragen. Mit diesem Modell brachte Adidas Terrex wohl den beliebtesten und vielleicht ersten richtigen Trail-Superschuh auf den Markt. Gerüchten zufolge sollen Profiathleten, die bei anderen Marken unter Vertrag standen, diesen Schuh schwarz angemalt haben, um keinen Wettbewerbsnachteil zu erleiden. Mit einem Prototypen dieses Modells erlief Petter Engdahl 2022 den bis heute bestehenden Streckenrekord beim CCC.

DER HINGUCKER: Dynafit Feline Vertical Pro

  • Release: 2016
  • Gewicht: 250 Gramm
  • „Schuh von“: Hannes Namberger

Die trauten sich was. Im Jahr 2016 schickte Dynafit mit dem Feline Vertical Pro ein Paar Schuhe auf den Markt, welches sich vor allem optisch auf bisher unbetretenes Gelände wagte: Der rechte Schuh knallpink und der linke neongrün. Feline war damals die Trailrunning-Serie von Dynafit. Der Vertical Pro war das erste Modell, das etwas lauffreudiger und weniger alpin und robust daher kam. Auch Hannes Namberger lief diesen Schuh in seinen frühen Jahren als Dynafit-Athlet unter anderem beim Transvulcania oder UTMB – allerdings in einer anderen Farbversion.

DER ZUPACKER: Inov-8 X-Talon 212

  • Release: 2008
  • Gewicht: 212 Gramm
  • „Schuh von“: Jasmin Paris

So wie der Bushido wird auch der X-Talon 212 von Inov-8 bis heute produziert. Dabei kam dieser Schuh schon 2008 auf den Markt. Sein Markenzeichen: Die besonders groben Stollen und die enge Passform erinnerten viele an Fußballschuhe. Im matschigen und fellrunningverrückten England ist dieses Modell ohne nennenswerte Dämpfung aber anscheinend bis heute nachgefragt.

DIE AUBERGINE: Salomon S/LAB Ultra 3

  • Release: 2020
  • Gewicht: 290 Gramm
  • „Schuh von“: Francois D’Haene

Aufgrund seiner Farbe wurde dieser Schuh nur die Aubergine genannt. Unter ambitionierten Athleten und Athletinnen war dieses Modell vor fünf bis acht Jahren unfassbar beliebt. Heute ist kaum vorstellbar, dass ein Schuh mit so wenig und so harter Dämpfung das Wort Ultra im Namen trägt. Damals war der mit Salomon-Star François D’Haene zusammen entwickelte Schuh das technische Nonplusultra auf dem Ultratrailschuhmarkt.

DER DINOSAURIER: The North Face Ultra 100

  • Release: 2000
  • Gewicht: 415 Gramm

Im Jahr 2000 hat wohl noch niemand von Trailrunning gesprochen. Dementsprechend kann man darüber diskutieren, ob dieser Schuh schon als Trailrunningschuh zu bezeichnen ist. Allein vom Namen her war er aber für seine Zeit schon ausgesprochen up-to-date. Ob man in diesem mehr als 400-Gramm-Brocken wirklich gut laufen konnte, darf bezweifelt werden. Wir fanden allerdings alte Nutzer-Reviews aus den frühen 2000er Jahren, die diesen Schuh durchaus in höchsten Tönen lobten. Viele nutzten ihn aber eher zum Langstreckenwandern. Optisch ist er mit seiner massiven Dämpfung und der auffälligen Schnürung aber allemal ein Visionär. Der Dino unter den Trailschuhen.

DER SPRENGUNGSLOSE: Altra Lone Peak

  • Release: 2010
  • Gewicht: 269 Gramm
  • „Schuh von“: Jason Schlarb

In den 2010er Jahren war der Lone Peak von Altra einer der beliebtesten Trailrunningschuhe überhaupt. Vor allem in den USA, zum Beispiel beim Western States, sah man ihn oft. Wie für Altra üblich, hat der Schuh keine Sprengung. Ein weiteres Merkmal ist die sehr breite Zehenbox und natürlich das Außenprofil, dessen Stollen analog zu den fünf Zehen am Schuh angebracht sind. Auch dieser Schuh wird bis heute von Altra produziert, allerdings immer wieder leicht angepasst und verbessert. Inzwischen ist die 9. Version auf dem Markt.

Favoritenfülle: Der Transgrancanaria 2026

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