Mir sind nicht viele Siegerehrungen nach Trailrunning-Veranstaltungen im Gedächtnis geblieben. Oft sind sie mir zu lang, zu laut, zu unpersönlich. Aber an eine Siegerehrung erinnere ich mich bis heute.
Eiger Ultra Trail 2017. Siegerehrung für den E101. Kategorie Damen Seniors III – also Läuferinnen jenseits der 60. Ganz oben auf dem Podest steht eine 63-jährige Läuferin. Allein.
Als ich ihr gratuliere, sagt sie fast entschuldigend: „Eigentlich bin ich ja allein gelaufen.“ Eine zweite Läuferin sei zwar gemeldet gewesen, aber nicht angetreten.
Für mich ist jedoch völlig klar: Diese Siegerehrung ist verdient. Wer 101 Kilometer im alpinen Gelände läuft und den Cutoff souverän unterbietet, hat etwas geleistet – unabhängig davon, wie viele andere in derselben Altersklasse gestartet sind.
Diese Szene ist mir im Kopf geblieben, weil sie eine Frage aufwirft, die im Ausdauersport und speziell im Trail- und Ultrarunning erstaunlich selten offen diskutiert wird: Wie gehen wir eigentlich mit Alter, Leistung und Respekt im Wettkampf um?



