Europameisterschaft im Berg und Traillauf: Favoriten und deutsche Medaillenhoffnungen

Die Europameisterschaft im Trailrunning und Berglauf findet dieses Wochenende in Kamnik, Slowenien statt. Hier findet ihr alle wichtigen Informationen und einen Überblick über Favoriten und Favoritinnen.

Die Trail-EM: Startzeiten, Strecken und Livestream

European Off-Road Running Championships 2026 – so lautet der etwas sperrige offizielle Name der diesjährigen Trail- und Berglauf-Europameisterschaften, die vom 5. bis 7. Juni in Kamnik, Slowenien, stattfinden. Ab 2028 wird die Veranstaltung unter dem Namen European Trail Running Championships ausgetragen.

Die Wettbewerbe finden im Norden Sloweniens, inmitten der Kamniker bzw. Steiner Alpen, statt. Der höchste Gipfel dieser Gebirgsgruppe ist der Grintovec mit 2.558 Metern Höhe.

Folgende Wettbewerbe werden ausgetragen:

Freitag: Uphill (8,9 Kilometer, 1.250 Höhenmeter)
Samstag: Trail (52 Kilometer, 2.500 Höhenmeter)
Sonntag: Up and Down (13 Kilometer, 920 Höhenmeter)

Hier der genaue Zeitplan für alle Disziplinen. 

An allen drei Tagen wird es einen Livestream auf dem Kanal von European Athletics geben.

Die Favoriten und Favoritinnen beim Trail

  • Bei den Frauen gibt es eine klare Top-Favoritin. Es müsste schon einiges passieren, um die amtierende Weltmeisterin und Zegama-Siegerin Tove Alexandersson in dieser Disziplin vom Thron zu stoßen. Spannend: Die Schwedin steht nach dem Ultra am Samstag auch für den Up-and-Down-Wettbewerb am Sonntag auf der Startliste. Wir sind gespannt, ob sie diesen Doppelstart tatsächlich wagen wird.

  • Weitere Favoritinnen sind natürlich die Schweizerin Judith Wyder sowie die Weltmeisterin von Innsbruck 2023, Clémentine Geoffray. Aber auch die sehr erfahrene Maude Mathys zählt zum erweiterten Favoritenkreis.

    Aus deutschsprachiger Sicht sollte man unbedingt ein Auge auf Anna Plattner werfen. Bei der WM in Canfranc reichte es für Platz fünf. Ist bei der EM nun sogar Edelmetall in Reichweite?

  • Auch bei den Herren gibt es einen Top-Favoriten, wenn auch nicht ganz so deutlich wie bei den Damen: den amtierenden Weltmeister im Short Trail, Frédéric Tranchand (Frankreich). Daniel Pattis rangiert nach seinem zweiten Platz in Zegama jedoch unmittelbar dahinter. Ein Erfolg bei einer Welt- oder Europameisterschaft fehlt dem Italiener bislang noch.

    Stian Angermund und Peter Fraňo sind zwei weitere Namen aus einem großen erweiterten Favoritenkreis. Das Feld ist zwar stark besetzt, wirkt im Vergleich zur Weltmeisterschaft des vergangenen Jahres jedoch etwas weniger dicht und tief besetzt.

  • Nach der Absage von Johannes Löw sowie der Entscheidung von Julius Ott, sich aufgrund der höheren Medaillenchancen mit dem Team auf die Berglauf-Distanzen zu konzentrieren, gehen für Deutschland nur noch Manuel Hartweg und Pierre-Emmanuel Alexandre an den Start. Letzterer wird erstmals im Deutschland-Trikot antreten. Der deutsche Vizemeister präsentiert sich derzeit in bestechender Form und hat möglicherweise sogar Außenseiterchancen auf eine Top-Platzierung.

    Bei den Frauen starten Johanna Ehrenklau und Hannah Marquard für Deutschland.

Doppel-Weltmeisterin Nina Engelhard ist bei der EM aufgrund einer Verletzung leider nicht am Start. Das deutsche Team kann sich dennoch sehen lassen. © Ruben Fueyo

Medaillenhoffnungen aus deutscher Brille beim Berglauf

  • Viele Athletinnen und Athleten starten sowohl am Freitag im Uphill als auch am Sonntag im Up-and-Down-Wettbewerb. Zu den Top-Favoriten zählen dabei auch die beiden Deutschen Lukas Ehrle und Hannah Gröber.

    Sie bekommen es mit starker internationaler Konkurrenz zu tun. Bei den Herren zählen unter anderem Josef Bodner, Jacob Adkin, Roberto Delorenzi und Andrea Elia zum Favoritenkreis. Bei den Frauen gehören Scout Adkin und Nienke Brinkman zu den aussichtsreichsten Anwärterinnen auf die Medaillen.

  • Spannend ist zudem, dass sich einige Läuferinnen und Läufer, die man normalerweise eher auf den langen Trail-Distanzen sieht, in diesem Jahr auf den kürzeren Berglauf-Disziplinen versuchen. Dazu zählen unter anderem Sara Alonso, Manuel Merillas und Petter Engdahl.

    Es wird interessant zu beobachten sein, wie gut sie ihre Ausdauerstärke auf die deutlich kürzeren und intensiveren Rennen übertragen können.

  • Das deutsche Aufgebot für den Uphill kann sich sehen lassen: Lukas Ehrle, Julius Ott, Dominik Notz und Tobias Ulbrich gehen bei den Männern an den Start. Bei den Frauen vertreten Hannah Gröber, Laura Hottenrott und Madlen Kappeler die deutschen Farben.

    Ein starkes Team, das sowohl in der Einzel- als auch in der Teamwertung durchaus Medaillenchancen besitzt.

  • Für das deutsche Aufgebot im Up-and-Down-Wettbewerb gilt Ähnliches: Mit Lukas Ehrle, David Reichl, Julius Ott und Dominik Notz steht bei den Männern ein schlagkräftiges Team an der Startlinie. Bei den Frauen ruhen die Hoffnungen auf Hannah Gröber und Madlen Kappeler.

    Auch hier scheint eine Medaille in der Teamwertung durchaus möglich. Und mit etwas Rennglück könnten die deutschen Athletinnen und Athleten auch in der Einzelwertung ein Wörtchen um die vorderen Plätze mitreden.

  • Ebenfalls hohe Chancen auf Gold hat Julia Ehrle. Die amtierende Weltmeisterin im Up and Down startet in Slowenien in den U20-Klassen, wo sowohl ein Uphill- als auch ein Up-and-Down-Wettbewerb ausgetragen wird.

    Auch wenn die Distanzen dort etwas kürzer sind, zählt Julia Ehrle in beiden Rennen zu den absoluten Favoritinnen auf den Titel.

Weltmeisterin in Canfranc 2025: Julia Ehrle © Jose Miguel Munoz

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