Trailrunner in leichter Laufbekleidung stehen im dichten Nebel auf einem verschneiten Berg und versuchen, sich im heftigen Wind eine dünne Jacke überzuziehen. Weitere Trailrunner versuchen vorsichtig, ein abschüssiges Schneefeld zu queren. Jemand rutscht aus und schlittert ein paar Meter hinab. Die Szenen vom diesjährigen Transylvania 100, das vergangenes Wochenende stattfand, verbreiteten sich schnell in den sozialen Medien. Erste Berichte von Rettungseinsätzen und Verletzten kursieren. Es dauert nicht lange, bis weitere Anschuldigungen aufkommen: Der Veranstalter habe, entgegen dem Rat der örtlichen Bergrettung „Salvamont Brașov“, das Rennen nicht verschoben oder die Route angepasst und die Teilnehmer nicht ausreichend über die zu erwartenden widrigen Streckenverhältnisse informiert.
Im Nachgang des Rennens ist eine grundsätzliche Debatte darüber entfacht, wie hoch das Maß an Eigenverantwortung eines Einzelnen bei der Teilnahme an einem Trailrunning-Event zu sein hat.
Der Augenzeuge Costel Rotaru, selbst Ultraläufer, schreibt auf Instagram: „Ich bin zu wütend über alles, was ich heute gesehen habe. Ich habe selten einen so großen Mangel an Professionalität in Bezug auf die Sicherheit der Teilnehmer gesehen. Es ist schwer zu beschreiben, was es bedeutet, Menschen aus Schluchten um Hilfe rufen zu hören und sie vor den eigenen Augen abrutschen zu sehen, ohne zu wissen, ob sie noch zum Stillstand kommen oder nicht.“ Jemand antwortet: „Wer nicht die Verantwortung übernehmen will, sollte zu Hause bleiben. Niemand zwingt dich teilzunehmen.“
Im Kern geht es um eine Frage, die regelmäßig nach Zwischenfällen bei Trailrennen aufkommt: Bis zu welchem Punkt liegt es in der Verantwortung eines Rennveranstalters, für die Sicherheit der Teilnehmenden zu sorgen? Wir wollen dieser Frage am Beispiel des Transylvania 100 nachgehen.




