Der Grigne Skymarathon gilt als eines der Highlights der gesamten Skyrunning-Saison. Das Rennen in der italienischen Lombardei, unweit des Comer Sees, findet nur alle zwei Jahre statt und wechselt sich mit der Trofeo Kima ab. Ähnlich spektakulär wie bei der Trofeo Kima ist auch das Terrain beim Grigne Skymarathon: Die Gipfel des südlichen wie auch des nördlichen Grigna müssen bezwungen werden. Der Weg hinauf und wieder hinab führt über steile Felsabbrüche, die mit dicken Stahlseilen gesichert sind. Auf Instagram lässt sich ein Eindruck dieses spektakulären Events gewinnen, bei dem die Grenzen zwischen Laufen und Alpinismus verschwimmen.
Der aus dem Aostatal stammende Kailas-Athlet William Boffelli bewältigte den 42 Kilometer langen Kurs mit 3500 Höhenmetern in einer Fabelzeit von 4:50 Stunden. Zugegeben: Die Sieger beim zeitgleich stattfindenden Berlin Marathon legten dieselbe Distanz mehr als doppelt so schnell zurück. Doch wie man in knapp fünf Stunden diese schiere Menge an Höhenmetern in solch unwirtlichem Gelände bewältigen kann, bleibt rätselhaft.
Während der Sieg bei den Männern mit 25 Minuten Vorsprung deutlich an Boffelli ging, war es bei den Frauen wesentlich spannender. Die französische Skyrunning-Spezialistin Iris Pessey führte das Rennen lange an, doch die Britin Natalie Beadle kam immer näher und zog sie schließlich zwei Kilometer vor dem Ziel vorbei. Doch Pessey konterte: Die Scott-Athletin spielte ihre ganze Routine aus und erkämpfte sich mit einem starken Schlussspurt den Sieg. Ihre Zeit: 6:33:55 Stunden.
Der Berlin Marathon mag an diesem Wochenende das größte Laufevent gewesen sein – der Grigne Skymarathon war mit Sicherheit das wildeste. Und damit die wohl vollkommenste Antithese zum Straßenrennen in der deutschen Hauptstadt.









